Gopfried Stutz: Top ist die Cornèr Bank, die UBS ein Flop

Die Saison der Weihnachtsbeschallung ist auch die Saison der Säule 3a. Die Banken rufen ihrer Kundschaft in Erinnerung, dass man mit Einzahlungen in die Säule 3a gleich zweimal sparen kann: für die Vorsorge und bei den Steuern.

Die Saison der Weihnachtsbeschallung ist auch die Saison der Säule 3a. Die Banken rufen ihrer Kundschaft in Erinnerung, dass man mit Einzahlungen in die Säule 3a gleich zweimal sparen kann: für die Vorsorge und bei den Steuern.

 

Daran, dass gerade das Vorsorgeargument zunehmend sticht, sind wir selber schuld. Wir hätten es im September 2017 in der Hand gehabt, der Altersreform 2020 von Bundesrat Alain Berset zuzustimmen und die beiden ersten Säulen unseres Systems, die AHV und die berufliche Vorsorge, auf ein stabileres Fundament zu stellen.

 

Nun herrscht halt weiter grosse Unsicherheit. Männiglich sorgt darum lieber selber vor und stärkt mit der Säule 3a die private Vorsorge – durchaus zur Freude von Banken und Versicherungen.

 

Der Vergleichsdienst Moneyland hat bei 32 Banken die aktuellen Zinssätze von 3a-Sparkonti analysiert und «markante Unterschiede zwischen den Anbietern» festgestellt, wie Geschäftsführer Benjamin Manz Anfang Woche erklärte. Wobei ihn sympathisch macht, dass er sich Geschäftsführer nennt und nicht CEO.

 

Top ist die Cornèr Bank, ein Flop die UBS. Wer in zehn Jahren zehnmal 5000 Franken einzahlte, erzielte bei der Cornèr Bank einen Zinsertrag von 3431 Franken, bei der UBS hingegen nur 2150 Franken, was einer Differenz von 1281 Franken entspricht. Noch schlechter abgeschnitten als die UBS haben Alternative Bank Schweiz, Swiss Life und ZKB.

 

Doch die Vergangenheit ist nicht immer der beste Ratgeber für die Zukunft: Ich erinnere mich gut daran, wie Credit Suisse nach der Finanzkrise deutlich höhere Zinsen zahlte als ihre Mitbewerber. Die CS war sichtlich bemüht, ihr Image aufzupolieren. Ein anderes Beispiel liefert die Bank Brienz Oberhasli (BBO): Im Herbst 2007 wurde die kleine Regionalbank schweizweit bekannt, weil sie das Konto 3a zu drei Prozent verzinste, damals einsame Spitze – Postfinance zahlte lediglich 1,75 Prozent. Mittlerweile liegt die BBO mit 0,25 Prozent unter dem Durchschnitt.

 

Wichtiger als die Wahl der Bank jedoch ist die Verteilung der 3a-Gelder auf mehrere Geldhäuser, weil man damit die gesamte Steuerbelastung senken kann: Wir haben progressive Steuersätze, deshalb zahlt weniger Steuern, wer in fünf Jahren je ein 3a-Konto mit 20 000 Franken auflöst statt in einem Jahr eines mit 100 000 Franken.

 

Wobei auch diese Gepflogenheit nicht in Stein gemeisselt ist: St. Gallen, Thurgau und Obwalden schafften die Progression ab. In diesen Kantonen unterliegt nur noch die direkte Bundessteuer der Progression, die aber kaum ins Gewicht fällt.

 

Und damit auch dies noch gesagt ist: Arbeitnehmer mit einer Pensionskasse dürfen derzeit maximal 6768 Franken in die Säule 3a einzahlen; im nächsten Jahr steigt der maximal abzugsfähige Betrag auf 6826 Franken.

 

Erschienen im SonntagsBlick am 25. Dezember 2018

Claude Chatelain