Gopfried Stutz: Was 3a-Fonds wirklich kosten

Der Online-Vergleichsdienst Moneyland hat diese Woche einen Kostenvergleich von Vorsorgefonds publiziert. Das sind solche Anlagefonds, die man im Rahmen des steuerbegünstigten Sparen 3a erstehen kann. Sie unterliegen strengeren Vorgaben als konventionelle Anlagefonds.

Das Timing ist perfekt. Vielleicht haben auch Sie Anfang Monat von Ihrer Bank einen Aufruf erhalten, Sie sollten im Dezember noch aufs Konto 3a einzahlen. Sie könnten damit Steuern sparen. Doch die Geldhäuser, die Sie zum Steuernsparen ermuntern, möchten, dass man das Geld nicht auf dem 3a-Konto hortet, sondern in Vorsorgefonds investiert. Mit Bargeld können Banken derzeit kein Geld verdienen, mit dem Vertrieb von Anlagefonds hingegen schon.

 

Grundsätzlich können Banken mit Anlagefonds dreifach verdienen: Erstens mit der Ausgabekommission, zweitens mit einer Depotgebühr und drittens mit der Gebühr, die für das Managen des Fonds anfällt und dem Fondsvermögen belastet wird. Die Höhe dieser Gebühr ist auf dem Faktenblatt unter dem Begriff TER zu finden – Totel expense ratio, was man als Gesamtkostenquote übersetzen könnte.

 

Postfinance, Migrosbank und UBS Verlangen für 3a-Fonds weder eine Ausgabekommission noch eine Depotgebühr, wie das früher üblich war. Die Raiffeisenbanken hingegen verrechnen bei Vorsorgefonds eine Ausgabekommission. Bei gewissen Produkten gilt dies auch bei der Credit Suisse.  Und die Zürcher Kantonalbank wie auch andere Kantonalbanken wie die Luzerner belasten neben der Ausgabekommission zusätzlich auch noch eine Depotgebühr. Wegen der anhaltend tiefen Zinsen suchen die Banken verzweifelt nach Wegen, um hier und dort noch ein paar Frankenk zu verdienen.

 

Doch die heimtückischste Gebühr ist die TER. Sie ist auf der Abrechnung nicht sichtbar und tut deshalb am wenigsten weh. Laut Moneyland ist sie nirgens so hoch wie bei der UBS. Also bei einer Bank, die grosszügig auf eine Ausgabekommission und Depotgebühr verzichet. Je nach Fonds beträgt die TER bei der UBS zwischen 1,26 und 1,72 Prozent. Bei der Postfinance zum Beispiel beträgt sie zwischen 0,87 und 1 Prozent.

 

Die Ausgabekommission zahlt man einmalig. Sie kann man verschmerzen, wenn das Geld lange Jahre investiert bleibt. Die TER dagegen wird alle Jahre dem Fondsvermögen belastet. Sie schmälert die Rendite.

 

Unter Umständen ist es daher sinnvoll, fürs Sparen 3a nicht die Bank mit dem höchsten Zins, sondern die Bank mit dem kostengünstigsten Fondsangebot zu wählen. Wobei ich im heutigen Zeitpunkt bei den tiefen Zinsen und hohen Aktienkursen vom Kauf solcher Vorsorgefonds absehen und warten würde, bis die Fondsanteile zu tieferen Preisen zu haben sind.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse nach unten korrigieren, erachte ich als grösser, als dass man mit solchen Fonds unter Berücksichtigung der Kosten nennenswerte Kursgewinne verbuchen kann.

 

Erschienen im SonntagsBlick am 24. Dezember 2017

Claude Chatelain