Gopfried Stutz: Krankenkasse - Wechsel zur Probe

Wer wüsste es nicht: Die Krankenkasse wechseln können wir noch bis zum 30. November. Doch wer lediglich in ein Sparmodell umsteigen oder die Franchise erhöhen möchte, hat dafür noch einen Monat länger Zeit.

Apropos – im Wesentlichen kennen wir drei Typen von Sparmodellen: HMO, Hausarztmodell, Telmed und natürlich deren Kombinationen. Ganz vereinfacht und ohne Rücksicht auf Ausnahmen und Kombinationen formuliert: Bei HMO sind allfällige Leiden zuerst in der vorgegebenen Health Management Organization – eben HMO – abzuklären. Beim Hausarztmodell muss zuerst der vorgegebene Allgemeinmediziner aufgesucht werden, bei Telmed erfolgt die erste Abklärung telefonisch.

 

Beim klassischen Hausarztmodell spart man etwa zehn Prozent gegenüber dem Standardmodell mit freier Arztwahl. «Sparen» bezieht sich natürlich nur auf die Prämie.

Bei einer hohen Franchise von 2500 Franken fällt der Spareffekt zumindest teilweise dahin. Schliesslich muss ich zuerst zum Hausarzt, der mich dann zu einem Spezialisten überweist. Dadurch werden zwei Arztbesuche fällig statt nur einem. Vom Hausarztmodell halte ich deshalb nicht viel.

 

Ganz anders verhält es sich bei Telmed. Im Unterschied zu anderen Leidensgenossen erachte ich es nicht als Schikane, wenn ich vor dem Arztbesuch Medi24, Medgate oder Santé24 anrufen muss. Dieser Dienst ist kostenlos. Das lohnt sich vor allem dann, wenn sich die Sache am Telefon erledigen lässt und der Arzt – häufig die Ärztin – am anderen Ende der Leitung das Medikament verschreibt.

 

Grundsätzlich gibt es zwei Telmed-Varianten: mit einem verpflichtenden Behandlungsplan und mit freier Arztwahl. Logisch, dass die zweite Variante teurer zu stehen kommt.

 

Da ich aber immer mal wieder zum Arzt muss und die höchste Franchise von 2500 Franken in Kauf nehme, ziehe ich das Telmed-Modell mit freier Arztwahl vor.

 

Nun bringt die KPT fürs kommende Jahr ein Zwischending auf den Markt, so etwas wie eine freie Arztwahl light. Es heisst KPTwin.easy. Und ist in meiner Wohngemeinde günstiger als die anderen Telmed-Modelle mit freier Arztwahl.

 

Eine wirklich freie Arztwahl bietet KPTwin.easy nicht, doch im Prospekt steht: «Sie können eigene Vorschläge einbringen wie zum Beispiel Ihren Hausarzt oder einen Ihnen bekannten Spezialisten.» Günstig ist Win.easy auch, weil Medi24 rezeptpflichtige Medikamente direkt bei der Versandapotheke Zur Rose bestellt.

 

Ich denke, ich versuche es mal damit. Wehe, Medi24 lehnt meinen Vorschlag ab, direkt den Spezialisten aufzusuchen, nur damit mich dann der Hausarzt zu ebendiesem Spezialisten überweist.

 

Ich halte Sie, liebe Leser, auf dem Laufenden.

 

Erschienen im SonntagsBlick am 19. November 2017

Claude Chatelain