Vierte Säule: Meine Letzte

Das hier ist meine letzte «Vierte Säule». Einige werden sagen: «Schade». All jene zum Beispiel, die mich mit Lob beehrten und anspornten. Andere werden sagen: «Endlich». Vermutlich Notarinnen und Notare.
Sieben Jahre hatte ich mir vorgenommen; acht sind es geworden. Aufgrund der Signale, die ich erhalte, dürften die «Schade»-Sager die «Endlich»-Sager noch übertreffen. Mit Betonung auf noch. Irgendwann wird das Verhältnis kippen. Jede Kolumne läuft sich einmal zu Tode. Das gilt übrigens auch für Fernsehsendungen. Viktor Giacobbo und Mike Müller wissen das. «Aeschbi» weiss es noch nicht. Er sollte sich an uns ein Beispiel nehmen.

Ein Redaktionskollege meinte, ich würde nur deshalb die Kolumne einstellen, weil mir die Witze ausgegangen seien.

Hier also mein letztes Exemplar: Der Besucher betritt das Büro der Anlagefirma und sagt: «Kann ich den Chef sprechen?»
«Leider nicht», erwidert die Sekretärin. «Er musste zum Gericht.»
«Und wann wird er wiederkommen?»
«Der Prokurist meint, so in ein bis zwei Jahren.»

Erschienen in der BZ am 24. Januar 2017               

Claude Chatelain