Das Börsenspiel 2017

Glaubt man den Börsenexperten, sollte man im kommenden Jahr auf Roche, Clariant oder Novartis setzen. Wer das Börsenspiel 2016 zu gewinnen vermochte, lesen Sie am 3. Januar.
Wir machen keine Börsenprognosen. Wir spielen lieber. Das mag auf den ersten Blick als wenig seriös rüberkommen, ist aber ehrlicher. Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass Banker über hellseherische Fähigkeiten verfügten. Zudem ist es nicht sinnvoll, nach einem Jahr Bilanz zu ziehen. Aktien sind langfristige Investments. Dies mag mit ein Grund sein, weshalb gewisse Geldhäuser es vorziehen, bei diesem Spiel nicht mitzumachen, etwa die Berner Kantonalbank.
Andere Banken verzichteten bisher auf eine Teilnahme, änderten inzwischen ihre Haltung. Wir heissen die AEK Bank aus Thun willkommen.
Falls Sie, liebe Leser, nun Aktien von Clariant kaufen, so befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Sieben der vierzehn Expertinnen und Experten aus dem Kanton Bern setzen ebenfalls auf den Chemiekonzern.
Auf den Genussschein von Roche setzen sogar acht der Teilnehmer. Der Pharmariese dürfte insofern ein sicherer Wert sein, als bei der Abrechnung Ende 2017 nicht nur die Kursänderung, sondern auch die Dividende mitberücksichtigt wird. Auch Novartis mit sechs Nennungen gilt als Dividendenperle.
Drei der vier Frauen, aber keiner der Männer, setzen auf Lafarge-Holcim. Wir wollen nicht grübeln, weshalb gerade Frauen eine Schwäche für Zement bekunden. Jedenfalls ist wiederholt zu lesen, dass Frauen in Anlagefragen tendenziell ein besseres Händchen haben. Schade deshalb, dass die Frauenquote bei diesem Spiel auf unter 30 Prozent gefallen ist.
Erschienen am 27. Dezember 2016

Claude Chatelain