«Es ist gut, wenn nachts auch der Vater aufsteht»

Der 36-jährige Huttwiler Adrian Wüthrich ist seit einem Jahr Präsident von Travailsuisse, des zweitgrössten Gewerkschaftsdachverbands der Schweiz.
Der 36-jährige Huttwiler Adrian Wüthrich ist seit einem Jahr Präsident von Travailsuisse, des zweitgrössten Gewerkschaftsdachverbands der Schweiz.

Seit einem Jahr ist der neue Präsident von Travailsuisse im Amt. Adrian Wüthrich erklärt, warum die Beziehung von Vater und Kind schon in den ersten Lebensmonaten wichtig ist. Und dass es zwei Gewerkschaftsdach-verbände braucht.

Herr Wüthrich, Travailsuisse sammelt Unterschriften für einen obligatorischen Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen. Sie gehen nicht gerade vorbildlich voran.

Adrian Wüthrich: Warum nicht? Ich habe hier griffbereit einen Unterschriftenbogen. Möchten Sie gleich unterschreiben?

 

Ich meine: Was nützt der Vaterschaftsurlaub, wenn man später keine Zeit hat für die Kinder? Sie sind Präsident des zweitgrössten Gewerkschaftsdachverbandes, Präsident des kantonalbernischen Polizeiverbandes, SP-Grossrat im Kanton Bern und Gemeinderat in Huttwil.

Das ist ein ewiger Zielkonflikt von mir. Unser ursprüngliches Modell lautete 80:60, dass ich also 80 und meine Frau 60 Prozent arbeiten würden. Nach dem Studium war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentralsekretariat des Verwaltungsrats der SRG mit einem 80-Prozent-Pensum. Zwei Wochen nach der Anstellung wurde ich in den bernischen Grossen Rat gewählt. So konnte ich den Anspruch der 80 Prozent nicht mehr erfüllen. Trotzdem: Ich finde und nehme mir Zeit für meine zwei Söhne.

 

Sie hinterlassen den Eindruck eines Karrieristen bürgerlichen Zuschnitts: Ämterkumulation, Masterabschluss in Public Management, Hauptmann der Schweizer Armee.

Ich habe immer die Chancen genutzt und auch Glück gehabt. Meine Ämter ergeben sich aus meinem Engagement. Es ist eher die politische Ochsentour. Als Hauptmann bin ich inzwischen einem Reservebataillon zugeteilt. Ich durfte übrigens die Transportkompanie befehligen, die als einzige der Bundeskanzlerin unterstellt war. Eines meiner Highlights war die Organisation des Transports, als im Herbst 2006 das Bundesparlament in Flims tagte. Das Militär hat meinen Bubentraum vom Lastwagenfahren ermöglicht. Mein Vater ist Chauffeur. Dass ich studieren konnte, ist nicht selbstverständlich.

 

Planen Sie keinen Abbau, um mehr Zeit für Kinder zu haben?

Als Gemeinderat in Huttwil werde ich im Herbst nicht mehr kandidieren. Ich wollte das Amt schon früher abgeben. Meine Partei fand aber niemanden für die Nachfolge.

 

Also ein Abend mehr, an dem Sie zu Hause sind?

Mindestens. Neben den vielen Sitzungen gibt es immer wieder Situationen, in denen man ausrücken muss. Eben erst bei der Ankunft von Fahrenden.

 

Und doch scheinen Sie das typische Familienmodell der SVP zu praktizieren: Mann macht Karriere; Frau steht am Herd.

Nein. Meine Frau hat in Huttwil eine Kindertagesstätte aufgebaut, die sie selber leitet. Unsere Kinder sind zwei Tage dort, und an einem Nachmittag hilft die Schwiegermutter aus. In unseren Jobs unterstützen wir uns gegenseitig.

 

Zurück zur Vaterschaftsinitiative: Eine gute Beziehung zwischen Vater und Kind schafft man nicht in den ersten Lebensmonaten.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die ersten Tage und Wochen für die Vater-Kind-Bindung sehr wichtig sind. Es ist auch für später entscheidend, dass der Vater in den ersten Tagen und Wochen das Baby kennen lernt und Zeit hat, damit er lernen kann, die Windeln zu wechseln, den Bauchnabel des Neugeborenen zu pflegen, kurz: um Verantwortung zu übernehmen. So wächst der Vater ins Familienleben hinein.

 

Väter sollen Ferien nehmen. Oder wollen Sie mit einem Kleinkind im Alter von ein paar Monaten verreisen?

Ferien sind dafür da, sich von der Arbeit zu erholen. Alle, die sich um Kleinkinder kümmern, wissen, wie anstrengend die erste Zeit sein kann mit den schlaflosen Nächten. Es ist gut, wenn nachts auch der Vater aufsteht, um die Mutter zu entlasten. Und häufig sind ja auch noch Geschwister vorhanden, die es zu betreuen gilt. Wir fordern ja nur 20 Tage, um den Start ins Familienleben

 

Was halten Sie von der Idee, dass Vater und Mutter so und so viele Urlaubstage zugut haben und dann selber entscheiden, wie sie aufzuteilen sind?

Das finde ich eine gute Idee, sofern wir von einer angemessenen Anzahl Tage und Wochen sprechen. Der obligatorische Mutterschaftsurlaub dauert heute 14 Wochen. Das ist bescheiden, wie auch die geforderten 20 Tage Vaterschaftsurlaub. Den Mutterschaftsurlaub wollen wir mit unserer Initiative nicht antasten. Alles, was über diese total 18 Wochen hinausgeht, kann frei aufgeteilt werden.

 

Sagen wir es so: Travailsuisse setzt sich für den Vaterschaftsurlaub ein, weil der Sozialstaat ausgebaut ist und sonst kein Handlungsbedarf besteht.

Es besteht sehr wohl noch Handlungsbedarf, gerade in der Familienpolitik. Für das Anrecht auf Vaterschaftsurlaub kämpft Travailsuisse schon seit 2007. Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist einer unserer Schwerpunkte. Auch mit der Initiative «Für faire Kinderzulagen» vor zehn Jahren haben wir uns in der Familienpolitik engagiert. Und bis zum 25. September kämpfen wir für die Volksinitiative «AHV plus».

 

Die Initiative «AHV plus» hat der Gewerkschaftsbund lanciert. Travailsuisse agiert hier sehr zurückhaltend.

Das stimmt nicht. Wir sind daran, für die Demonstration vom 10. September in Bern zu mobilisieren. Wir sind Mitglied im Komitee. Ich halte wöchentlich Referate zum Thema.

 

Dem Vernehmen nach war der Vorstand gespalten in der Frage, ob man die Initiative des Gewerkschaftsbundes überhaupt unterstützen will.

Der Vorstand hatte seinerzeit – also vor meiner Zeit – entschieden, die Initiative nur ideell zu unterstützen. Wir hatten also nicht aktiv bei der Unterschriftensammlung mitgeholfen. Der Vorstand fand damals, Travailsuisse hätte selber andere Projekte.

 

Warum ist es richtig, «AHV plus» zu unterstützen und eine zehnprozentige Rentenerhöhung zu verordnen?

Weil die AHV zum Leben nicht ausreicht und das Parlament trotzdem Leistungen abbauen will. Bei den Pensionskassen wird zurzeit wegen der tiefen Zinsen auch abgebaut.

 

2030 werden der AHV 7 Milliarden Franken fehlen. Mit einem Ja zu «AHV plus» werden es 11 Milliarden. Die Zeche zahlen die Jungen Keine Angst vor einem Generationenkonflikt?

Im Gegenteil. Der Konflikt entsteht eher, wenn man nun wegen der geburtenstarken Jahrgänge – der Babyboomer – die Renten senken oder sogar das Rentenalter hochschrauben will. Das würde später die heutigen Jungen treffen. Der Babyboom ist ein vorübergehendes Phänomen. Es ist falsch, Leistungen zu kürzen, nur weil für eine gewisse Zeit überdurchschnittlich viele Personen in Rente gehen.

 

Mit «AHV plus» werden die Leistungen erhöht, nicht gekürzt.

Sie haben den Generationenkonflikt angesprochen. Ich sage, dieser entsteht, wenn wir zum Beispiel das Rentenalter erhöhen, wie das SVP- und FDP-Vertreter in der Nationalratskommission gemacht haben.

 

Nicht die Alten sind von Armut betroffen, sondern Alleinerziehende und Working Poors.

Das ist teilweise richtig. Aber in unserem reichen Land fehlt der politische Wille, in Armut lebenden Familien wirklich zu helfen. Der Grosse Rat im Kanton Bern hatte sich für Familienergänzungsleistungen ausgesprochen, diese dann später wieder abgelehnt. Auch gesamtschweizerisch hat man sich gegen Familienergänzungsleistungen gesträubt.

 

Ist das ein Grund, den Alten zu helfen? Viele Rentner profitieren von einem zu hohen Umwandlungssatz ihrer Pensionskasse. Ihre Renten müssen von den jüngeren finanziert werden.

Auch bei älteren Personen haben wir ein Problem. Über 10 Prozent der Pensionierten sind auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Die Ausgaben für Ergänzungsleistungen nehmen von Jahr zu Jahr zu. Nicht alle bekommen eine grosszügige Rente von der Pensionskasse. Armutsbekämpfung heisst deshalb nicht zuletzt gute Sozialversicherungsleistungen. Für Alleinerziehende, Working Poors, aber auch für Pensionierte.

 

Sie sagen es: Viele haben eine grosszügige Rente der Pensionskasse. Müsste man nicht dafür plädieren, mehr in die AHV, aber weniger in die Pensionskasse einzuzahlen?

Es ist das Verdienst des Bundesrats, mit dem Reformpaket Altersvorsorge 2020 beide Säulen den veränderten Umständen anzupassen, ohne aber Leistungen abzubauen. Leider ist nun das Parlament daran, diese wichtige Reform an die Wand zu fahren.

 

Der Punkt ist doch der, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer pro Jahr 53 Milliarden Franken in die zweite Säule einzahlen, in die erste Säule dagegen bloss 30 Milliarden.

Letztlich geht es darum, das durchschnittliche Rentenniveau zu halten. Wenn wir weniger in die zweite Säule einzahlen, müssen wir insgesamt mit tieferen Renten Vorlieb nehmen.

 

Weniger Renten in der zweiten, dafür höhere Renten in der ersten Säule. Müsste nicht das das Ziel sein?

Entscheidend ist, dass Arbeitnehmende ihre gewohnte Lebenshaltung fortsetzen können. So steht es in der Bundesverfassung. Dafür braucht es beide Säulen. Mit der Senkung des Umwandlungssatzes gibt es für künftige Rentnerinnen und Rentner bei den Pensionskassen immer weniger fürs gleiche Geld. Von daher ist eine Rentenerhöhung mit «AHV plus» sicher gerechtfertigt.

 

Travailsuisse hat sich einen Namen gemacht mit der jährlichen Studie zu Managerlöhnen und Frauenquoten in Konzernleitungen und Verwaltungsräten. Ist das wirklich die Kernaufgabe einer Gewerkschaft?

Wir publizierten die Studie nun zum zwölften Mal und konnten wiederholt aufzeigen, wie hier eine ungesunde Entwicklung im Gang ist. Es geht um Lohngerechtigkeit.

 

Die Frage ist, ob das Verfassen von Studien die Kernaufgabe einer Gewerkschaft ist.

Die Kernaufgabe der uns angeschlossenen Arbeitnehmendenverbände sind Lohnverhandlungen. Unsere Aufgabe als schweizweit tätiger Dachverband ist unter anderem, Wirtschaftspolitik zu betreiben. Unsere Mitglieder haben zum Teil Mühe, in den Lohnverhandlungen einen Schritt vorwärtszukommen. Wenn wir aufzeigen, wie sich die Schere zwischen den tiefsten und höchsten Löhnen auftut, so erhalten wir in den Lohnverhandlungen Argumente, die für eine Besserstellung der tieferen Lohneinkommen sprechen.

 

Travailsuisse verlangt Lohnerhöhungen von rund 1 Prozent. Sind solche Forderungen noch zeitgemäss, wenn doch die Löhne mehr und mehr individuell ausgehandelt werden?

Die originärste Aufgabe eines Arbeitnehmendenverbands mit seinen Mitgliederverbänden sind Lohnverhandlungen. Aufgrund unserer Beurteilung der Wirtschaftslage finden wir eine Lohnerhöhung von 1 Prozent durchaus gerechtfertigt. Fürs laufende Jahr können wir ein Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent erwarten, der Eurokurs stabilisierte sich bei rund 1.10 Franken, und auch aus der Industrie kommen vermehrt positive Signale.

Travailsuissepräsident Adrian Wüthrich: «Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die ersten Tage und Wochen für die Vater-Kind-Bindung sehr wichtig sind.»  Bilder Andreas Blatter
Travailsuissepräsident Adrian Wüthrich: «Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die ersten Tage und Wochen für die Vater-Kind-Bindung sehr wichtig sind.» Bilder Andreas Blatter

Positive Signale aus der Industrie? Das wäre mir entgangen.

Nach fast zwei Jahren mit sinkenden Umsätzen sind diese im letzten Quartal erstmals wieder angestiegen. Es sieht wieder besser aus, gerade bei den grösseren Unternehmen, einige kleinere und mittlere Unternehmen haben noch Mühe. Wir hoffen, dass keine weiteren Entlassungen mehr nötig sind. Gratismehrarbeit sollte in keinem Betrieb mehr nötig sein.

 

Ausgerechnet die Hotel-& Gastro-Union verlangt ebenfalls eine Lohnerhöhung. Dabei jammert die Touristikbranche wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig über den schwachen Euro.

Die Hotel-& Gastro-Union hat ihre Lohnverhandlungen für den Gesamtarbeitsvertrag bereits abgeschlossen und eine Erhöhung um 0,3 Prozent erreicht.

 

Warum braucht es mit dem Gewerkschaftsbund und Travailsuisse zwei Dachverbände, die sich gegenseitig bekämpfen?

Es ist ein Vorteil, zwei Dachverbände zu haben, die eine ganz andere Geschichte haben. Travailsuisse hat seine Wurzeln in der christlichsozialen Vergangenheit. Und wir haben immer noch Verbindungen zu diesen Kreisen. Wir erreichen damit ein Milieu, das man gewerkschaftlich sonst nicht erreichen würde. Zudem kann man zu zweit mehr Themen besetzen als alleine.

 

Als persönlicher Mitarbeiter des verstorbenen SP-Ständerats Ernst Leuenberger beim Eisenbahn- und Verkehrspersonalverband waren Sie Teil des Gewerkschaftsbundes. Wird das die Zusammenarbeit zwischen den beiden Dachverbände beflügeln?

Die Zusammenarbeit war schon vor meinem Antritt gut.

 

Ist es nicht so, dass insbesondere die Unia andere Gewerkschaften häufig bekämpft?

Es gibt sehr wohl eine Konkurrenz unter den Verbänden. Aber auf Ebene der Dachverbände hat bereits mein Vorgänger Martin Flügel mit dem Gewerkschaftsbund in politischen Fragen stets gut und intensiv zusammengearbeitet – ich werde diese Kultur weitertragen.

 

Als Präsident des Polizeiverbands Bern Kanton müssen Sie als SP-Mann die Interessen von Polizisten verteidigen, dem Feindbild von Linksautonomen. Wie verträgt sich das?

Das verträgt sich gut. Die Sicherheit ist ein Service public wie der Verkehr oder die Post. Als Verband setzen wir uns für gute Arbeitsbedingungen für Polizistinnen und Polizisten ein, zusammen mit dem gesamten Kantonspersonal.

 

Von aussen betrachtet scheint Ihnen das nicht besonders gut gelungen zu sein. Polizisten klagen über zu viele Überstunden. Sie sind vermehrt Opfer von Gewalt, müssen sich anspucken und beleidigen lassen.

In den letzten Jahren wurden etwa 100 zusätzliche Stellen geschaffen. Nur sind in dieser Zeit auch die Aufgaben und die Einsätze mehr geworden. Der Grosse Rat hat in die Legislaturplanung die Überprüfung des Bestandes der Uniformpolizei aufgenommen. Das muss jetzt erfolgen, den entsprechenden Vorstoss habe ich eingereicht. Die Polizistinnen und Polizisten müssen sich heute wirklich mehr gefallen lassen, die Gewalt gegen Beamte ist in den letzten Jahren sehr stark gestiegen.

 

Haben wir zu lasche Gesetze? Müsste Gewalt an Polizisten stärker geahndet werden?

Die nötigen Gesetze haben wir. Gewalt und Drohungen gegen Behörden und Beamte sind strafbar. Wir müssen jedoch Polizistinnen und Polizisten besser schützen und eine rote Linie bei Tätlichkeiten setzen. Deshalb fordere ich bei Tätlichkeiten gegen Beamte zwingend Freiheitsstrafen.

 

Was sagen Sie eigentlich zum Burkaverbot, wie es mitunter auch linke Politiker fordern?

 

Am Blausee im Berner Oberland habe ich mich auch schon komisch gefühlt unter so vielen burkatragenden Touristinnen. Ich verstehe die Vorbehalte der Kritiker. Allerdings ist ein Burkaverbot eine gut tönende Massnahme, welche aber die Probleme nicht löst. Unsere Polizei hat genügend andere Aufgaben. Wir müssen uns bewusst sein, dass in rund 60 Jahren mehr Muslime als Christen auf der Erde leben werden.

 

 

ADRIAN WÜTHRICH IM GESPRÄCH

Adrian Wüthrich ist prall gefüllt. Es ist nicht einfach, in kurzer Zeit einen Termin mit ihm zu finden. Der Vorschlag des Vielbeschäftigten, das Interview im Zug zwischen Genf und Bern zu führen, liess sich nicht realisieren. Also trafen wir uns in seinem Büro in einem unauffälligen Wohnquartier in der Nähe des Berner Eigerplatzes.

 

Gewiss, als Hauptsitz des zweitgrössten Gewerkschaftsdachverbandes der Schweiz erwartet man nicht zwingend einen Prunkbau, wohl aber mehr als zwei Fünfzimmer-wohnungen auf zwei Stockwerken. Das Chefbüro, geschätzte 16 Quadratmeter klein, könnte in anderen Wohnungen als Kinder-zimmer dienen. Das passt zu Travailsuisse, der sich von der grösseren Schwester, dem Gewerkschaftsbund, in Stil und Auftritt unterscheidet.

 

Der Vater von zwei Buben, drei und sechs Jahre alt, wohnt in Huttwil und ist seit gut einem

 

Jahr Präsident von Travailsuisse und gleichzeitig dessen operativer Chef. Das «Animal politique» gründete mit 18 das Jugendparlament Ober-aargau, dies, um Jugendliche für die Politik zu begeistern, wie er im Interview sagt. Er fand damals – und findet dies heute noch –, dass es in der Politik zu wenig Junge gibt. Mittlerweile sitzt der 36-jährige SP-Politiker im Grossen Rat des Kantons Bern. Auf der Nationalratsliste der Sozialdemokraten ist er erster Ersatz.

 

11 Verbände mit rund 150'000 Mitgliedern sind Travailsuisse angeschlossen. Am bekanntesten und grössten ist die Gewerkschaft Syna. Sie ist 1998 aus dem Zusammenschluss von fünf Gewerkschaften hervorgegangen, darunter dem Christlichen Holz- und Bauarbeiterverband und der Christlichen Gewerkschaft für Industrie, Handel und Gewerbe. 

 

 

Erschienen in der BZ am 5. September 2016


Claude Chatelain