Vierte Säule: Über den (Helvetia) Schweizer Cup

Heute wollen wir uns mit den Helvetia-Versicherungen befassen, denn am kommenden Wochenende ist Saisonstart im Schweizer Cup, Entschuldigung: im Helvetia-Schweizer-Cup. Was in der jüngsten Vergangenheit Würth-Schweizer-Cup und vorher Swisscom-Cup hiess, sollen wir nun gefälligst Helvetia-Schweizer-Cup benamsen.

Den Gründervätern, die 1858 das Unternehmen auf «Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft Helvetia» tauften, dürfen wir ein gerüttelt Mass an Visionen attestieren. Die Frauen­figur versinnbildlicht die Schweiz. Swissness ist ein Label für Qualität. Einen besseren Markennamen als Helvetia kann man sich kaum wünschen.

 

Hervorragend eignet sich dieser Name fürs Sportsponsoring. Das beweist das Engagement im Skisport, wo der Versicherer als Sponsor von Swiss-Ski und erfolgreicher Athleten wirkt. Wenn der Abfahrer in der Hocke am Lauberhorn den Han­eggschuss herunterrast, so wird dem geneigten Fernsehzuschauer der Firmenname auf dem Oberschenkel nicht entgehen. Bei diesem Anblick muss das patriotische Herz ja höher schlagen. Man stelle sich vor, auf dem Oberschenkel würde «Zürich», «Basler», «Allianz» oder «Axa» prangen – als Berner müsste man den Österreichern die Daumen drücken.

 

Nun will sich Helvetia auch bei Fussballfans in Erinnerung rufen. In den nächsten vier Jahren ist Helvetia der neue Partner des Schweizer Fussballcups, der fortan wie gesagt Helvetia-Schweizer-Cup heissen soll. Warum um Gottes willen nicht einfach Helvetia-Cup? Warum diesen weissen Schimmel? Schliesslich hiess der Wettbewerb früher auch mal Swisscom-Cup und nicht Swisscom-Schweizer-Cup.

 

Gerade die Erfahrung des Telecomanbieters soll es gewesen sein, was die Sponsoring-Fachleute dazu bewog, den Fussballwettbewerb Helvetia-Schweizer-Cup zu nennen. Mit Swisscom-Cup sei nicht jedem klar gewesen, dass es sich um den traditionellen Schweizer Cup handelt. Schweizer Cup sei ein etablierter Name.

 

Wunderbar. Lassen wir es doch dabei. Ich freue mich auf die Spiele im Schweizer Cup.

 

Erschienen in der BZ am 9. August 2016

Claude Chatelain