Allianz Suisse lässt die Marke Elvia aufleben

Elvia war einst eine bekannte Marke für Reiseversicherungen. Seit gestern ist es die Marke des Onlinekanals von Allianz Suisse.

Als die deutsche Allianz nach der Jahrhundertwende die Elvia und die Berner Versicherung kaufte, war Beobachtern klar, dass die Marken Elvia und Berner nach einer gewissen Zeit vom Markt verschwinden und durch die globale Marke Allianz ersetzt würden. Umso überraschender ist daher die gestrige Mitteilung, den Markennamen Allianz 24 aufzugeben und den Direktkanal fortan Elvia zu nennen. Die wiederzubelebende Marke Elvia soll auf die Bedürfnisse von reinen Onlinekunden ausgerichtet sein, die ihren Versicherungsschutz für Motorfahrzeuge, den Haushalt oder den Rechtsschutz überwiegend via Internet abschliessen.


Durch das Rebranding erhöhe Allianz Suisse die Flexibilität auf dem Onlinemarkt für Versicherungen, erklärte Allianz Suisse gestern. «Aus Umfragen wissen wir, dass unsere Kunden nicht zwischen der Hauptmarke Allianz und der Onlinemarke Allianz 24 unterschieden haben. Durch die klare Markentrennung können wir unser Onlineangebot künftig zielgruppengerechter gestalten», wird Thomas Wegmann, Leiter Marktmanagement, in einer Medienmitteilung zitiert.


Zielgruppengerechter heisst, dass der Versicherer für gleiche Produkte unterschiedliche Prämien verlangen kann. Häufig kommt es günstiger, wenn man eine Police online abschliesst. Das kann zu Missverständnissen führen, wenn ein Kunde im Internet einen Preisvergleich anstellt und dann beim Versicherungsagenten einen höheren Preis bezahlen muss. Bei der Mobiliar beispielsweise surfen 40 bis 60 Prozent der Kunden zuerst im Internet; doch nur ein kleiner Teil davon schliesst den Vertrag auch online ab. Fachleute nennen dieses Phänomen Ropo: «Research online, purchase offline». Deshalb führt Mobiliar für beide Vertriebskanäle, online und Aussendienst, identische Preise.
Die Baloise verfolgt eine andere Strategie: Via Baloisedirect sind nur einfache, standardisierte Produkte zu haben. Sie sind ­generell günstiger, als wenn man eine Beratung in Anspruch nimmt.

 

Erschienen in der BZ am 2. Februar 2016

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Claude Chatelain