Ohne Mampf kein Kampf oder: Gibt es gutes Militäressen? 

Mitarbeiter der Berner Zeitung wurden gefragt: Was habt ihr im Dienst am liebsten gegessen?

Lieblingsgericht? Ich rede lieber vom Gegenteil. Das Büchsengericht mit den weissen Bohnen und dem Ragout war für mich als Fourier eine dreifache Katastrophe. Erstens wagte ich mich nicht mehr unter die Truppe; zweitens war dieser Pflichtkonsum sauteuer, sodass ich anderswo sparen musste, und drittens gings an mein Portemonnaie, weil ich mich stets in der Kantine verpflegte, wenn ich diesen Pflichtkonsum auf dem ­Menüplan hatte. Aber natürlich ist – oder war – das Essen im Militär viel besser als sein Ruf, zumindest in meiner Kompanie. Und ja: Es gab natürlich auch Lieblingsgerichte. So etwa der Hörnlipilaw. Aus den genau gleichen drei Gründen, weshalb ich die weissen Bohnen verabscheute, liebte ich dieses Gericht. Und noch etwas: Ich hatte während meiner ganzen Karriere nie Kutteln auf dem Menüplan, obschon sie das Budget entlastet hätten. Dies im Gegensatz zum Fourier der anderen Kompanie. Er war dann nur noch «dr Chuttle-Fourier».


Erschienen in der BZ am 27. November 2015


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Claude Chatelain