Vierte Säule: Nochmals über die Franchise

Wir wollen uns aus aktuellem Anlass nochmals mit der Franchise der Krankenkassenprämie befassen. Bis Ende November bleibt nicht mehr viel Zeit, allenfalls die Kasse zu wechseln und sich auf eine Franchise festzulegen: auf 300, 500, 1000, 1500, 2000 oder 2500 Franken.

Ich sprach letzte Woche von einem Kollegen, der die tiefste Franchise von 300 Franken wählt und damit eine hohe Prämie in Kauf nimmt, obschon sich bei ihm weder die Abhängigkeit von teuren Medikamenten noch ein kostspieliger Spitalaufenthalt abzeichnet. Er sagt: Wenn er hohe Gesundkeitskosten zu berappen hätte, würde er mit der Franchise von 2500 Franken viel schlechter fahren als mit der Franchise von 300 Franken.


Ich mache die Probe aufs Exempel. Nehmen wir doch das KPT-Produkt Windoc. Fast jeder zweite KPT-Kunde entscheidet sich in der Grundversicherung für dieses Produkt. Wenn sich ein Stadtberner für die höchste Franchise entscheidet und notfallmässig ins Spital muss, so zahlt er maximal 6638 Franken: 3438 Franken für die Prämie, 2500 für die Franchise und 700 Franken für den maximalen Selbstbehalt. Bei einer Franchise von 300 Franken beliefen sich die Gesamtkosten dagegen lediglich auf 5681 Franken: 4681 Franken für die Prämie, 300 Franken für die Franchise, 700 Franken für den Selbstbehalt. Fazit: Mit der höchsten Franchise zahlte der Stadtberner 967 Franken mehr als mit der 300er-Franchise. Liebe Leser, merken Sie sich die Zahl von 967 Franken.


Nehmen wir den anderen Extremfall: Der KPT-Kunde setzt auf die tiefste Franchise und muss überhaupt nicht zum Arzt. Also zahlt er insgesamt 4681 Franken Prämien. Hätte er die höchste Franchise gewählt, wäre sein Konto bloss mit 3438 Franken belastet worden. Fazit: Mit der tiefsten Franchise zahlt der Stadtberner 1243 Franken mehr als mit der höchsten. Bei anderen Produkten kann die Diskrepanz noch grösser sein.


Überzeugt? Sie haben bis Ende Dezember Zeit, die Franchise nach oben zu korrigieren. Und falls Sie die Franchise nach unten anpassen möchten, müssten Sie das hingegen der Kasse bis Ende November mitgeteilt haben.


Erschienen in der BZ am 24. November 2015

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Claude Chatelain