Vierte Säule: Welche Franchise in der Krankenversicherung?

Bis Ende November bleibt Zeit dafür, allenfalls die Grundversicherung zu wechseln. Die Erfahrung zeigt, dass nur wenige von dieser Flexibilität Gebrauch machen, auch wenn sich mit einem Kassenwechsel Hunderte von Franken sparen liessen.

Ebenfalls Hunderte von Franken liessen sich mit der richtigen Wahl der Franchise sparen. Wobei diese Wahl ungleich schwieriger ist. Es sei denn, eine Operation steht bevor oder man ist auf teure Medikamente oder Therapien angewiesen und weiss schon im Voraus, dass mit hohen Gesundheitskosten zu rechnen ist und man mit einer Franchise von 300 Franken am besten fährt.

Es gibt eine Faustregel: Wer mit Kosten über 1800 Franken rechnet, fährt mit der ordentlichen Franchise  von 300 Franken am besten. Liegen die voraussichtlichen Kosten darunter, ist man mit der Maximalfranchise von 2500 Franken am besten beraten.


Ein Kollege meines Alters sagte mir kürzlich, er habe seit einigen Jahren stets die  Franchise von 300 Franken abgeschlossen, obschon er nicht alle Jahre zum Arzt müsse. In unserem Alter nähme die Wahrscheinlichkeit eines Spitalaufenthalts zu. Er würde sich fürchterlich aufregen,  wenn er nach einem unverhofften Spitalaufenthalt 2500 für die Franchise plus 700 Franken für den maximalen Selbstbehalt auf den Tisch legen müsste. Mit der hohen Franchise kämen ihn die Krankheitskosten insgesamt viel höher zu stehen als mit der 300er-Franchise.


Stimmt. Im Fall eines unverhofften Spitalaufenthalts kämen ihn die Kosten insgesamt höher zu stehen. Das würde ihn ärgern. Interessant ist nur, dass er sich überhaupt nicht aufregt, wenn er sich für eine 300er-Franchise entscheidet, nicht zum Arzt zu gehen braucht und  ihn deshalb die Kosten insgesamt viel höher zu stehen kommen als mit der Franchise von 2500 Franken.


Das eine ärgert; das andere nicht. Wir sind im Mental Accounting angelangt. Was das ist? Sorry, mir fehlt hier der Platz. Google weiss Rat.


Erschienen in der BZ am 17. November 2015

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Claude Chatelain