Blaise Kropf: «Es herrschen Ängste und grosse Unsicherheiten»

Blaise Kropf, der ehemalige Präsident der Berner Grünen.
Blaise Kropf, der ehemalige Präsident der Berner Grünen.

Grossrat Blaise Kropf (Grüne) spricht über den Sitzverlust seiner Partei im Kanton Bern. Zufrieden ist der ehemalige grüne Kantonalpräsident mit dem Resultat der grünen Ständeratskandidatin Christine Häsler.

Die Grünen verlieren im Kanton Bern ihren vierten Sitz. Was haben Sie falsch gemacht? Blaise Kropf: Wir haben gesamtschweizerisch einen massiven Rechtsrutsch. Dem konnten wir uns im Kanton Bern nicht entziehen.


Der Rechtsrutsch wurde gewissermassen angekündigt. Auf was führen sie ihn zurück?
Es herrschen Ängste und grosse Unsicherheiten. Die Leute sind verunsichert über die Flüchtlingsproblematik, die wirtschaftspolitische Unsicherheit, die Frankenstärke und drohende Arbeitsplatzverluste.

Die SP hat prozentual geringere Verluste zu beklagen als die Grünen.
In Zeiten konjunktureller Unsicherheiten profitiert eher die SP als die Grünen. Ökologische Themen geraten in solchen Zeiten in den Hintergrund.

Könnte es auch sein, dass es die Grünen als monothematische Partei besonders schwer haben? Meine Erfahrung im Kanton Bern zeigt mir, dass wir überhaupt nicht monothematisch unterwegs sind. Nehmen Sie nur das Beispiel der Prämienverbilligung, wo wir die Initiative ergriffen haben, um die Senkung rückgängig zu machen.

Christine Häsler hat im Ständerat ein hervorragendes Resultat erzielt.
Das Resultat von Christine Häsler freut mich ausserordentlich. Sie holte mehr als doppelt so viele Stimmen wie Claudine Esseiva von der FDP. Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Es zeigt sich, dass sie die richtige Kandidatin für den Ständerat war.


Erschienen auf BZ-online am 18. Oktober 2015

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Claude Chatelain