Die GVB gewährt auf der nächsten Rechnung einen Rabatt von 17 Prozent

Die Schäden zulasten der Gebäudeversicherung Bern lagen 2014 um gut 40 Prozent unter dem Durchschnitt. Davon profitieren Hauseigentümer mit einer Prämienreduktion.

Bilder von den verheerenden Unwettern in Schangnau und anderen Teilen des Emmentals sind noch präsent. Trotz der 1800 Schadenmeldungen als Folge der im Juli gefallenen Regenmengen weiss die Gebäudeversicherung Bern von einem schadenarmen Geschäftsjahr 2014 zu berichten. Insgesamt musste die öffentlich-rechtliche Versicherungsanstalt für Schäden im Umfang von 67,3 Millionen Franken aufkommen, wobei die Juliunwetter mit 14 Millionen Franken zu Buche schlagen. Damit liegt das Schadenaufkommen 2014 gut 40 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 116 Millionen Franken (siehe Grafik). Auch der Feuerteufel scheint zunehmend milde gestimmt zu sein. Die zehn grössten Einzelschäden sind zwar auf Feuer zurückzuführen, doch die insgesamt 35 Millionen Franken für Feuerschäden sind der tiefste Wert seit 1990. Die GVB erklärt dies unter anderem mit verstärkten Präventionsmassnahmen.


30 Millionen für Eigentümer


Von dieser Entwicklung profitieren die Hauseigentümer im Kanton Bern, für welche die Feuer- und Elementarversicherung obligatorisch ist. Ihnen werden insgesamt 30 Millionen Franken gutgeschrieben. Damit erhalten sie mit der nächsten Prämienrechnung einen Rabatt von 17 Prozent. «In den letzten drei Jahren erhielten Kundinnen und Kunden 80 Millionen Franken zurück», erklärte gestern Ueli Winzenried an der Bilanzmedienkonferenz in Bern. Von einer Prämienreduktion will der Geschäftsleitungsvorsitzende trotzdem nichts wissen. Er verweist auf die Jahrhundertunwetter der vergangenen Jahre, mit denen jederzeit wieder zu rechnen sei. Der Klimawandel stelle weiterhin eine ernst zu nehmende Gefahr für Menschen und Sachen dar. Zufrieden zeigte sich gestern auch Andreas Dettwiler, der Geschäftsleiter der noch jungen GVB Privatversicherungen AG. Die Prämieneinnahmen der im Wettbewerb stehenden Gesellschaft stiegen 2014 um 14 Prozent auf 57 Millionen Franken. Die Zunahme ist hauptsächlich auf die Erdbebenversicherung GVB Terra zurückzuführen. 25 000 Hauseigentümer im Katon Bern haben sich bisher gegen das Erdbebenrisiko versichert.


Erschienen in der BZ am 28. März 2015

Claude Chatelain