Chatelain rät: Ist mein Sohn mit Aspecta gut beraten?

Mein Sohn, er ist eben erst 20 geworden, hat mir eine Broschüre von Aspecta für

Anlagen in die Säule 3a vorgelegt. Ich solle doch prüfen, ob das für ihn sinnvoll sei

oder ob es bessere Alternativen gebe. Ich möchte nicht, dass mein Sohn sein schwer verdientes Geld verliert. C. G., Oftringen AG

Mit einer 3a-Police von Aspecta würde Ihr Sohn sein schwer verdientes Geld nur dann verlieren, wenn er innerhalb der ersten drei Jahre aussteigen würde. Diese Gefahr besteht leider immer wieder. Daher - aber nicht nur deshalb - empfehle ich Ihnen sinnvollere Alternativen.


In der von Ihnen beigelegten Broschüre von Aspecta ist eine lange Liste aufgeführt, was 3a-invest alles bietet. Da ist die Rede von lukrativen Steuervorteilen, von Prämienbefreiung bei Erwerbsunfähigkeit oder von individueller Beitragspause. Aber es steht kein Wort, dass mit dem Abschluss einer 3a-Police automatisch eine Lebensversicherung abgeschlossen wird. Dies steht lediglich im Kleingedruckten. Doch eine Lebensversicherung kostet Geld, welches dann von der Prämie abgezogen wird. Wenn sich also Ihr Sohn für eine Jahresprämie von zum Beispiel 3000 Franken entschliessen würde, so würden nicht 3000 Franken angespart, sondern vielleicht 2400 Franken. Der Rest wird für Versicherungsprämien und Abschlusskosten abgezwackt. Auch diese Information sucht man in der Broschüre vergebens.


Ihr eben erst 20 Jahre alt gewordener Sohn braucht keine Lebensversicherung. Sinnvoller ist das Sparen 3a bei einer Bank. Dort ist kein unnötiger Versicherungsschutz integriert. Werden 3000 Franken überwiesen, so werden auch 3000 Franken angespart. Er kann einmal 2000 Franken, ein anderes Mal 4500 Franken ansparen. Und dieses Geld kann er jeweils vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Ist das Geld einmal überwiesen, kann er es nicht mehr zurückfordern. Erst bei der Pensionierung wird es samt Zins und Zinseszins ausbezahlt. Frühere Bezüge sind nur in ganz bestimmten Fällen möglich, zum Beispiel für die Finanzierung von Wohneigentum. Der maximale Betrag, den Angestellte mit einer Pensionskasse auf ein 3a-Konto überweisen und steuerlich geltend machen dürfen, beträgt derzeit 6192 Franken.


Erschienen im BLICK am 26. August 2006

Claude Chatelain