Ruefer kann Thurnheer das Wasser nicht reichen

Fussball-Kommentator Sascha Ruefer.
Fussball-Kommentator Sascha Ruefer.

Es gibt Fussballfreunde, die schauen sich im Fernsehen nicht jedes Champions-League-Spiel an. Und sie verfolgen auch nicht jeden Millionentransfer vom einen Millionenklub zum anderen. Aber eine Affiche wie Barcelona - Inter lassen sie sich womöglich nicht entgehen, zumal die Fussball-WM vor der Tür steht und langsam dank Panini das Fussballfieber ansteigt.

Da möchte man von einem Fussballkommentator des Schweizer Fernsehens doch das eine oder andere über die Spieler von Inter und Barça erfahren. Zum Beispiel, dass Zanetti für die argentinische und nicht die italienische Nationalmannschaft spielt, wie man vielleicht meinen könnte. Überhaupt waren an besagtem Spiel etliche Argentinier zu sehen, die auch in Südafrika an der WM zu sehen sein werden.


Auch Eto’o wird zu sehen sein, da er für Kamerun spielt. Das verrät einem Gottlob das noch leere Paniniheft, denn Sascha Ruefer vom Schweizer Fernsehen wird so was nicht erwähnen. Angeblich stand bei Inter Mailand nicht ein einziger Italiener auf dem Feld. Aber woher stammen denn all die Spieler? Nicht ein einziges Mal hielt es der Reporter für nötig, die Nationalität der Spieler zu nennen. Lieber sagte er, was der Zuschauer auch sehen konnte. Lieber sinnierte er, ob dieser oder jener Schiedsrichterentscheid auch richtig war.


Was für ein eklatanter Unterschied zu seinem Vorgänger und angeblichen Vorbild Beni Thurnheer. Ruefer redet zwar noch mehr als Beni National, so ist er quantitativ seinem Vorbild ebenbürtig. Qualitativ kann er seinem Vorgänger indessen nicht das Wasser reichen. Liebes Fernsehen, gib uns Thurnheer zurück und schick den (einsamen) Ruefer in die Wüste.


Erschienen auf BZ-online am 29. April 2010

Claude Chatelain