Mitmachen ist auch eine Kostenfrage

Stephan Haldemann.
Stephan Haldemann.

Stephan haldemann, der Präsident des Bernisch-Kantonalen Jodlerverbands zeigt sich am Telefon begeistert von den freien Vorträgen. Der Verband sei offen für Neues, Innovatives, Kreatives.

Stephan Haldemann, kamen Sie sich als Berner in Davos etwas einsam vor?
Überhaupt nicht. Wie kommen Sie darauf? 

Viele Berner Jodlerklubs  blieben wegen der langen Anreise zu Hause.
Es sind nicht alle Berner Klubs nach Davos gekommen, die sich qualifiziert haben. Die Präsenz war nicht überragend, aber ich bin zufrieden. 

Das Eidgenössische findet nur alle drei Jahre statt. Ist da die Anreise wirklich ein Problem?
Es ist vor allem eine Kostenfrage. Man muss zweimal übernachten. Ein 20-köpfiger Chor zahlt also pro Mitglied bis zu 300 Franken für die Übernachtung und 100 Franken für die Festkarte. Das kann sich nicht jeder Klub leisten.

Erstmals waren in der Kategorie freie Vorträge  neben Akkordeon und Schwyzerörgeli auch andere Begleitinstrumente  zugelassen. Was halten Sie davon?
Ich bin begeistert. Ich habe in der Englischen Kirche hervorragende Produktionen gehört. Das war sehr eindrücklich.

Warum diese Öffnung? Hat die Jodlerszene ein Nachwuchsproblem?
Nein, wir haben keine Nachwuchssorgen — jedenfalls nicht in den ländlichen Gebieten. Wir leben dieTradition. Das heisst aber nicht, dass sich die Tradition nicht weiterentwicklen kann. Wir sind offen für Neues, Innovatives und Kreatives.

Werden demnach am nächstjährigen kantonalen Jodlerfest in Hasle-Rüeggsau auch freie Vorträge stattfinden?
Das werden wir im Vorstand sicher besprechen. Ich bin mir freilich nicht sicher, ob an einem Unterverbandsfest mit kleinerer Beteiligung die Nachfrage nach freien Vorträgen gross genug sein wird.

Warum war die Bernerin Christine Lauterburg am Jodlerfest unerwünscht?
Unerwünscht ist vor allem, dass Christine Lauterburg jedes Mal im Zusammenhang mit dem Jodlerfest in die Medien kommt. Sie will gar nicht an die Feste kommen. Sie ist nicht Mitglied unseres Verbands. Sie ist vor über 25 Jahren aus unserem Verband ausgetreten. Ich verstehe nicht, weshalb das immer wieder thematisiert wird.

Vermutlich, weil sie eine bekannte Jodlerinnen der Schweiz ist.
Wir können und wollen niemanden zwingen, dem Verband beizutreten und bei uns mitzumachen. 


Erschienen in der BZ am 7. Juli 2014

Claude Chatelain