Falls die 3a-Police überflüssig wird

Was tun, wenn man eine 3a-Police auflösen will? Es gibt zwei Möglichkeiten: die Prämie freistellen oder den Rückkaufswert auf ein Konto 3a überweisen.


Mit der Säule 3a kann man Steuern sparen. Deshalb sind 3a-Produkte derart beliebt. Zu haben sind sie bei Banken oder Versicherungen. Dabei wird die Versicherungslösung einer Banklösung häufig vorgezogen. Das heisst, man hat eine 3a-Police statt ein 3a-Konto. Anders gesagt: Statt ein reines Sparprodukt hat man eine gemischte Lösung, sparen und versichern kombiniert. Die Versicherer haben im vergangenen Jahr periodisch finanzierte Lebensversicherungen mit einem Volumen von 5,9 Milliarden Franken verkauft. Rund zwei Drittel entfallen auf die steuerbegünstigten Modelle des Typs 3a.

3a-Policen versichern die Risiken Tod oder Erwerbsunfähigkeit oder beides zusammen. Beim Tod erhält die begünstigte Person die vereinbarte Todesfallsumme ausbezahlt. Bei Erwerbsunfähigkeit gibt es nach einer Wartefrist von mehreren Monaten eine Rente. Der Versicherungsschutz ist nicht gratis. Deshalb wird nicht die gesamte Prämie zinsbringend angelegt, sondern bloss die Sparprämie (Kasten). In jüngeren Jahren, wenn Kinder auf die Welt kommen und die Eltern das Arbeitspensum reduzieren, kann eine Todesfallversicherung sinnvoll sein. Doch im vorgerücktem Alter kommt der Versicherungsnehmer womöglich zum Schluss, dass er sich die nicht ganz billige Risikoprämie sparen möchte. Stattdessen will er den gesamten Betrag zinsbringend anlegen. Er wird daher bei einer Bank ein Konto 3a eröffnen, um künftig den vollen Betrag anlegen zu können. Was aber passiert mit der 3a-Police? Das Geld in der Säule 3a ist gebunden. Es kann frühestens 5 Jahre vor dem regulären AHV-Alter bezogen werden. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten:

  • die Prämie freistellen
  • die Versicherung zurückkaufen

Der Versicherungsberater wird empfehlen, die Versicherung trotz allem weiter laufen zu lasen. Er wird sagen, vorzeitige Kündigungen seien mit Kosten verbunden. Dies stimmt insofern, als die Abschlusskosten häufig über die gesamte Laufzeit amortisiert werden. Doch einmalige Kosten hin oder her: Wenn der Versicherungsschutz obsolet wird, lohnt es sich nicht, weiterhin Risikoprämien zu bezahlen. Somit stellt sich die Frage, ob die Prämie freizustellen ist oder zurückgekauft werden soll. Bei der Freistellung wird die Prämienzahlung eingestellt, doch das Geld bleibt bei der Versicherung und wird dort bis zur Auszahlung verzinst. Beim Prämienrückkauf wird der Rückkaufswert auf ein Konto 3a transferiert, weil eben das Geld frühestens fünf Jahre vor dem gesetzlichen AHV-Alter bezogen werden kann. Was besser ist, hängt von drei Zahlen ab:

  1. Deckungskapital
  2. Rückkaufswert
  3. Technischer Zins

Das Deckungskapital ist das eigentliche Guthaben; also die Summe der Sparprämien plus deren Verzinsung. Der Rückkaufswert ist jener Betrag, der nach Abzug der noch nicht amortisierten Kosten auf ein Vorsorgekonto überwiesen wird. Besonders wichtig ist der technische Zins, welcher beim Abschluss gültig war und bis Vertragsende gültig bleibt. Noch heute sind zahlreiche 3a-Policen mit einem technischen Zins von 3,25 Prozent im Umlauf. Wenn man das Geld zu einem Zins von 2,5 oder mehr Prozent steuerfrei anlegen kann, braucht man nicht lange zu überlegen, ob man die Police zurückkaufen oder die Prämie freistellen will. Die Freistellung ist besser, denn bei den Banken gibts auf den 3a-Konti derzeit deutlich weniger als 2 Prozent. Freilich muss man wissen, dass die Versicherer bei der Prämienfreistellung jährliche Verwaltungskosten in Rechnung stellen. Bei technischen Zinssätzen von unter 2,5 Prozent ist der Entscheid schwieriger, eben auch wegen der Verwaltungskosten, die jährlich belastet werden.

Fondsgebunden

So viel zur klassischen Variante: Bei fondsgebundenen Policen (Kasten) stellen sich andere Fragen. Sie haben keinen technischen Zins, denn die Höhe des bei Vertragsablauf auszuzahlenden Kapitals hängt vom Kursverlauf der Fondsanteile ab. Will man also eine fondsgebundene 3a-Police auflösen, so wird die Versicherungsgesellschaft die Fondsanteile verkaufen und den Rückkaufswert auf eine andere Vorsorgeeinrichtung überweisen. Will man die Anteile nicht verkaufen, so wird die Police in eine prämienfreie Versicherung umgewandelt. Fondsguthaben und die versicherte Todesfallsumme werden neu berechnet.

 

 

INFOTHEK

Bruttoprämie: Der Betrag, den man der Versicherung überweist. Die Bruttoprämie setzt sich aus drei Teilen zusammen: der Sparprämie, der Risikoprämie und den Abschlusskosten.

 

Sparprämie: Der Betrag, der effektiv angespart wird. Die Sparprämie beträgt um die 85 Prozent der Bruttoprämie. Werden also der Versicherung jährlich 6000 Franken Prämien überwiesen, so werden davon nur rund 5100 Franken zinsbringend angelegt oder in Anlagefonds investiert. Die Höhe dieser Sparprämie hängt insbesondere von der Höhe der Risikoprämie ab. Werden neben dem Tod auch die Erwerbsunfähigkeit versichert, so wird die Sparprämie weniger als 85 Prozent ausmachen.

Fondsgebunden: Die Sparprämie fliesst nicht ins Anlageportefeuille des Versicherers, sondern in einen bestimmten Anlagefonds. Die Höhe des bei Vertragsablauf auszuzahlende Kapital ist abhängig vom Kurs der Fondsanteile.

 

Erschienen in der BZ am 22. April 2014


Claude Chatelain