Die Mobiliar rennt der Konkurrenz davon

Die Mobiliar wuchs auch 2013 überdurchschnittlich, erzielte einen satten Gewinnsprung und verlor Geld auf den Goldbeständen.

Wächst die Bevölkerung, so nehmen  die Versicherungsgesellschaften höhere Prämien ein. Das ist keine Überraschung. Bemerkenswert ist hingegen, dass zwei Drittel des letztjährigen Prämienwachstums  in der Schweiz aufs Konto der Mobiliar gingen. «Die Gruppe Mobiliar ist erneut überdurchschnittlich gewachsen», sagte gestern Mobi-Chef Markus Hongler an der Bilanzmedienkonferenz in Bern. Insgesamt stieg das Prämienvolumen um 3,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Franken.

Verkaufschef Thomas Trachsler sieht drei Gründe für diesen positiven Zuspruch: die Kundenzufriedenheit, die spontane Bekanntheit sowie die Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung nach einem Schadenfall. Diese drei Punkte entspringen nicht seiner subjektiven Einschätzung. Sie sind das Resultat von Umfragen unabhängiger Marktforscher.

Gewinn: plus 63 Prozent

Freuen darf sich der grösste private Arbeitgeber der Stadt Bern auch auf das stolze Gewinnwachstum von knapp 63 Prozent. Wobei dieses Wachstum auch höher hätte ausfallen können. Erstens blieben Sachversicherer im zurückliegenden Jahr von grösseren Elementarschäden verschont. Und zweitens wurde das vorjährige Resultat durch einen einmaligen Beitrag in die Pensionskasse von 190 Millionen Franken getrübt. Weshalb also der Gewinn  nicht  höher ausfiel, verrät die nebenstehende Zahlentabelle mit dem Minus beim  finanziellen Ergebnis. Das Minus überrascht, weil das zurückliegende Jahr als guter Börsenjahrgang in die Geschichte geht. Doch Versicherungsgesellschaften sind  traditionell nur mit knapp 10 Prozent in Aktien investiert. Grössere Buchverluste erlitt die Mobi auf ihren Goldbeständen.

Und was führt der Berner Versicherer mit seinem 19-Prozent-Engagement bei Nationale Suisse im Schilde? «Wir wollen unsere erfolgreiche Zusammenarbeit mit Nationale Suisse langfristig absichern», erklärt Mobi-Chef Markus Hongler. Ein Ausbau der Beteiligung scheint nicht geplant zu sein. «Wir wissen, dass dies Nationale Suisse nicht goutieren würde». 

Erschienen in der BZ am 12. April 2014

Claude Chatelain