Die Krux bei den Kinderabzügen

An den Steuerhotlines dieser Zeitung sind Abzüge für Kinder, für deren Ausbildungskosten oder für Alimente ein Dauerbrenner.

Zwei Wochen bleiben für das Ausfüllen der Steuererklärung. Wer noch offene Fragen hat, kann sie an der Steuerhotline von morgen Mittwoch klären. Und wem die Zeit nicht mehr reicht, sollte möglichst eine Fristverlängerung eingeben.

 

Online via www.taxme.ch sind Fristverlängerungen bis 15. September kostenlos, über dieses Datum hinaus bis spätestens 15. November kosten sie 10 Franken.

 

Man kann die Fristverlängerung bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern auch telefonisch oder schriftlich beantragen. Das kostet jeweils 20 Franken. Die Steuerverwaltung gewährt Fristverlängerungen bis spätestens zum 15. November.

Nichts scheint mehr Fragen aufzuwerfen als all die Kinderabzüge. Dies gilt insbesondere für getrennte und geschiedene Paare. Das zeigen die Erfahrungen der beiden Telefonberatungen der vergangenen Wochen. Hier die wichtigsten Grundsätze:

 

  • Jugendliche mit Jahrgang 1997 und älter müssen selber eine Steuererklärung ausfüllen, auch wenn sie noch kein Erwerbseinkommen erzielen. Sie können die Steuererklärung auch selber unterschreiben.
  • Jedes Kind berechtigt zu einem Kinderabzug von 8000 Franken. Das sind 1000 Franken mehr als im Jahr zuvor. Der Kinderabzug wird von der Steuerverwaltung automatisch berücksichtigt.
  • Für jedes Kind können bei der Kantonssteuer Ausbildungskosten bis 6200 Franken geltend gemacht werden: Schulbücher, Nachhilfestunden, Privatschule, Fahrtkosten.
  • Leben Eltern im gleichen Haushalt wie das Kind, können sie bei der direkten Bundessteuer pro Kind 251 Franken vom geschuldeten Steuerbetrag in Abzug bringen. Wohlverstanden: vom Steuerbetrag, nicht vom steuerbaren Einkommen.
  • Erhält eine Frau Kinderalimente, so muss sie diese bis zum 18. Geburtstag des Kindes als Einkommen versteuern und kann den Kinderabzug geltend machen.
  • Zahlt der Vater Alimente für seine Kinder, so kann er diese nur bis zum 18. Altersjahr des Kindes vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Ab dem 18. Geburtstag steht ihm dafür der Kinderabzug zu.
  • Der Elternteil, der den Kinderabzug nicht vornehmen kann, kann unter Umständen den Unterstützungsabzug geltend machen. Voraussetzung: Das Kind ist volljährig, und die Unterstützungsleistungen betragen bei der Kantonssteuer mindestens 4600 Franken. Bei der direkten Bundessteuer beträgt der Schwellenwert 6500 Franken.
  • Getrennt veranlagte Eltern können bei der Kantonssteuer 2400 Franken in Abzug bringen, wenn sie allein mit eigenen Kindern im gleichen Haushalt zusammenleben. Dieser sogenannte Haushaltsabzug ist nur zulässig, wenn keine weiteren nicht unterstützungspflichtigen Personen im gleichen Haushalt leben. Der Abzug erhöht sich um 1200 Franken pro Kind im selben Haushalt, für das ein Kinderabzug gewährt wird. Siehe dazu das Merkblatt 12 der Steuerverwaltung des Kantons Bern.

 

Erschienen in der BZ am 4. März 2013

Claude Chatelain