Chatelain rät: Die PK ist das rentabelste Sparkonto

Lieber den Spatz in der Hand.
Lieber den Spatz in der Hand.

Frage: Ich habe von einem Hausverkauf 400000 Franken auf dem Konto liegen. Ich verstehe nichts vom Anlagegeschäft und gelange deshalb an Sie mit der Bitte um Rat. Ich habe lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach: Ein bisschen Risiko darf es schon sein, aber sonst bin ich lieber auf der sicheren Seite. Ich bin der Meinung, dass ein kleiner Teil für Notfälle abrufbar sein sollte . E. F., Kirchberg BE

Bei solchen Anfragen muss ich zuerst das Alter kennen. Dann interessiert mich, ob Sie und Ihr Mann einer Pensionskasse angeschlossen sind. Nun: Sie sind beide um die 50 und erwerbstätig. Ihr Mann hat - wie Sie mir auf Anfrage erklärten - einen grossen Teil seines Pensionskassen-Guthabens ins Haus gesteckt.

Mein Ratschlag: Überweisen Sie einen Teil dieser 400000 Franken in Ihre und in die Personalvorsorgestiftung Ihres Mannes. Ihr Mann hat einen grossen Teil des Pensionskassengeldes für die Finanzierung seines Hauses vorbezogen. Da lohnt es sich erst recht, die dadurch entstandene Lücke wieder zu schliessen. Die Steuer, die er beim Vorbezug bezahlen musste, wird ihm bei der Rückzahlung zurückerstattet. Bei gut geführten Kassen können Sie mit einer Verzinsung von 2,5 bis 3 Prozent rechnen - und dies erst noch steuerfrei.

Auch Sie haben in Ihrer Pensionskasse Einkaufslücken, da Sie ja nicht immer erwerbstätig waren. Wenn Sie Ihr PK-Guthaben aufstocken, können Sie den einbezahlten Betrag voll vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Beachten Sie auch die Versicherungsleistungen Ihrer Vorsorgestiftungen: die IV- und die Hinterlassenenrenten. Ist deren Höhe vom PK-Kapital abhängig, dann drängen sich Einkäufe geradezu auf: Mit jedem zusätzlichen Einkauf verbessern Sie den Risikoschutz.

Die zweite sichere und steuerbegünstigte Anlage ist das Konto 3a. Sie können beide je 6192 Franken auf ein solches Bankkonto einzahlen und den Betrag vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Ab nächstem Jahr erhöht sich der maximal abzugsfähige Betrag auf 6365 Franken pro Jahr. Wenn Sie noch keine solche Konti besitzen, rate ich Ihnen, noch in diesem Jahr je eines zu eröffnen und je 6192 Franken zu überweisen.

 

Erschienen im Blick am 9. Dezember 2006

Claude Chatelain