Befindet sich Kims Tante in der Schweiz?

Kim Jong-un und seine leibliche Tante Kim Kyoing-hui.
Kim Jong-un und seine leibliche Tante Kim Kyoing-hui.

Die Tante von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un soll sich derzeit in der Schweiz aufhalten. Dies zumindest glauben Beobachter in Japan.

Die Schweiz scheint nicht nur die Schulkinder der Herrscherfamilie anzulocken, sondern auch die älteren Exemplare. So geht in Japan das Gerücht um, dass sich Kim Kyoing-hui derzeit in der Schweiz aufhalte. Sie ist die leibliche Tante von Machthaber Kim Jong-un und somit die Schwester seines verstorbenen Vaters Kim Jong-il. Letzterer hatte seine Schwester zum Viersterne-General befördert, obschon sie keine militärische Ausbildung genoss.

Am Dienstag berichtete diese Zeitung, dass nicht nur Kim Jong-un, sondern auch seine jüngste Schwester Kim Yo-jong in Köniz die Grundausbildung absolviert hatte. Darauf meldete sich die Deutschland-Korrespondentin des japanischen Fernsehens TBS bei dieser Zeitung und wollte wissen, ob man davon Kenntnis habe, dass sich die Tante von Kim Jong-un derzeit in der Schweiz aufhalte. Sie soll angeblich schwer erkrankt sein.

Besagte Tante ist die Frau von Jang Song-thaek, der im Dezember exekutiert wurde. Am vergangenen Sonntag ging zudem die Meldung um die Welt, dass der erst 30-jährige Kim Jong-un nicht nur den einflussreichen Onkel Jang Song-thaek, sondern auch dessen Familie ausgelöscht haben soll. Experten schien das nicht glaubhaft, zumindest was die Tante Kim Kyong-hui betrifft. Als direkte Blutsverwandte der Herrscherdynastie dürfte  sie vor einer Hinrichtung sicher sein. Doch um die 68-jährige Frau kursieren schon längst die wildesten Gerüchte. Zum letzten Mal war sie im September an einem Konzert an Seiten ihres Neffen Kim gesehen worden. Im Dezember soll sie wegen eines Herzleidens in einem Krankenhaus in Singapur gewesen sein. Und im Jahr zuvor liess sie sich angeblich in Moskau behandeln. Über ihre Gesundheitsprobleme scheiden sich die Geister. Zu Jahresbeginn schrieb «Die Welt»:  «Mal soll es ein kaputter Zeh gewesen sein, mal Depressionen oder gar Demenz. Man munkelt, dass sie schon lange dem Alkohol verfallen gewesen sei, teils aus Eheproblemen, teils weil ihre eigene Tochter sich vor acht Jahren das Leben genommen hat». Gemäss südkoreanischen Medienberichten ist Kim Kyong-hui schon tot.

Erschienen in der BZ am 30. Januar 2014

Claude Chatelain