Vierte Säule: Die AHV ist im Pensionsalter

Heutiges Thema in der 4. Säule: die 1. Säule, die AHV. Schliesslich ist sie heuer 65 Jahre alt geworden. Sie hat somit das ordentliche Pensionierungsalter erreicht. Dies wurde nirgends so richtig zur Kenntnis genommen, ausser  an der Berner Fachhochschule. Letzten Mittwoch fand in deren Räumlichkeiten an der Hallerstrasse in Bern die «Jubiläumsfeier 65 Jahre AHV» statt. SP-Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer hielt die Festrede.

Auf diese Jubiläumsfeier hin  versuchte das  Institut Alter der Berner Fachhochschule mit Workshops ein Stimmungsbild über die AHV einzufangen. Dabei stellte sich heraus, dass die grosse Mehrheit der Bevölkerung stolz sei auf die AHV, obschon viele Leute nicht viel darüber wüssten. Das Wissen sei insbesondere bei den Jungen mangelhaft, meinte Studienleiter Matthias Riedel, weil die Rente noch weit weg erscheine und das Image der AHV verstaubt wirke. Die Höhe der Rente werde generell überschätzt und die Auswirkung fehlender Beitragsjahre unterschätzt. Und schliesslich werde die AHV als selbstverständlich wahrgenommen.

Das nach meiner Einschätzung grösste Problem der AHV hat das Institut Alter indessen nicht thematisiert: die Berechnung der AHV-Rente. Sie ist viel zu kompliziert. So kompliziert, dass Normalsterbliche ohne mathematisches Wissen auf Hochschulniveau nie und nimmer in der Lage sind, zu überprüfen, ob ihre Rente richtig berechnet wurde. Sicher ist nur, wer eine maximale Vollrente erhält. Dieser Betrag ist für alle gleich und beträgt in diesem und im nächsten Jahr 2340 Franken. Doch wenn man über all die Jahre vielleicht nicht so viel verdiente, wenn es nicht so viele Erziehungsgutschriften gab oder wenn man sogar Beitragslücken aufweist, so kommt man nicht in den Genuss einer maximalen Vollrente. So gibt’s entweder eine nicht-maximale Vollrente, eine maximale Teilrente oder eine nicht-maximale Teilrente.

Nun möchten Sie, liebe Leser, womöglich die Unterschiede dieser Rententypen erfahren. Eben, ich habs ja gesagt: Das Ganze ist kompliziert. Mir fehlt hier der Platz, um die diversen Begriffe zu erklären.

 

Erschienen in der BZ am 10. Dezember 2013

Claude Chatelain