Vierte Säule: Von der Ware Weihnacht und der wahren Weihnacht

Ein Sparbuch unter dem Christbaum? - wie aufregend.
Ein Sparbuch unter dem Christbaum? - wie aufregend.

In drei Wochen ist Weihnachten. Höchste Zeit, mich diesem Thema anzunehmen. Ich widme mich jedoch nicht der wahren Weihnacht, sondern lediglich der Ware Weihnacht. Was schenkt man dem Kind? Und was der Mutter oder dem Vater?

Ich gebe hier mein Bestes, allfällige Ideen zu liefern. Fangen wir mit den Kindern an: Da wäre das unverwüstliche Jugendsparheft. Doch welches Kind bekommt schon glänzende Augen, wenn beim Auspacken ein profanes Sparbuch statt ein rot lackiertes Feuerwehrauto oder eine aufgebrezelte Barbiepuppe zum Vorschein kommt? Zudem wäre dem Kind mit einem Fondssparplan sowieso besser gedient als mit dem Sparheft. Doch auch hier haben es die Banken nicht geschafft, den Fondssparplan mit einem Gegenstand symbolisch abzubilden, der beim Auspacken kindliche Freude bereitet.

Origineller ist die Goldmünze. Das Vreneli ist verstaubt, also könnte man es mit einem Panda versuchen. 1982 haben chinesische Münzanstalten damit angefangen, Goldmünzen mit dem Motiv des kuscheligen Bären zu prägen. Doch wohin mit dem Ding? Die Einbruchrate nimmt von Jahr zu Jahr zu, allein im letzten Jahr um 16 Prozent. Und die Einbrecher haben es auf Geld und Gold abgesehen. Ein Glück, dass sich die Versicherer grosszügig zeigen und sogar gestohlenes Bargeld versichern. Also: Unbedingt Kaufquittung aufbewahren, damit man nicht auf die Kulanz des Versicherers angewiesen ist.

Als Geschenk für die Eltern schlage ich einen Gutschein des Steuerberaters vor. Das Ausfüllen der Steuererklärung ist manchem ein Graus. Doch gibts überhaupt Steuerberater, welche Gutscheine anbieten? Keine Ahnung. Wenn ich mir das Ganze nochmals überlege, so ist das mit dem Gutschein vielleicht doch nicht so eine gute Idee. Wer will schon unter dem Christbaum an den Steuervogt erinnert werden? Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, mit originellen Geschenkideen ist das so eine Sache. Glücklich all jene, welche dem Gschänklistress abgeschworen haben und sich auf die wahre Weihnacht freuen können.

 

Erschienen in der BZ am 3. Dezember 2013

Claude Chatelain