Chatelain rät: Achten Sie auf Zins und Gebühren

Frage: Ich bin 73 Jahre alt, verwitwet und besitze ein Haus mit einer Hypothek von 200000 Franken. Der Monatszins beträgt 500 Franken. Im Juli gibts von einer Versicherung 40000 Franken. Mit diesem Geld möchte ich in den kommenden Jahren den Hypozins zahlen. Soll ich das Geld auf zwei Konti verteilen? Es heisst ja, man soll nicht alle Eier ins gleiche Nest legen. E. S., Stabio

Das mit dem Nest und den Eiern haben Sie treffend gesagt. Bei einem Betrag von 40000 Franken ist es sicher nicht schlecht, das Geld bei zwei verschiedenen Banken zu deponieren. Dies nicht nur aus Sicherheitsgründen. Denn erst wenn Sie mit einer Bank persönliche Erfahrungen gemacht haben, können sie die Dienstleistung auch wirklich beurteilen.

· Werden etwa Gebühren belastet, von welchen beim Vertragsabschluss keine Rede war?

· Wie ist der Service am Schalter und Telefon? · Werden Sie von Pontius zu Pilatus verbunden?

 

Es lohnt sich, derlei Erfahrungen selber zu machen. Ein Viertelchen Prozent mehr Zins nützt nichts, wenn Ihnen still und leise Gebühren belastet werden. Andererseits fallen Zinsunterschiede ins Gewicht: Ein Viertel Prozentpunkt mehr Zins sind auf 40000 Franken 100 Franken. Hunderterscheine wirft man sonst auch nicht zum Fenster hinaus. Beachten Sie die Rückzugsbedingungen. Und achten Sie darauf, dass das Konto auch spesenfrei geführt wird.

 

Noch etwas: Wäre es in Ihrem Fall nicht sinnvoller, mit den 40000 Franken die Hypothek abzuzahlen? Für die Hypothek zahlen Sie einen Zins von 3 Prozent; auf dem Sparkonto gibt es aber nur gut 1 Prozent. Sie zahlen also auf der Hypothek deutlich mehr Zins, als Sie im Gegenzug auf dem Sparheft erhalten.

 

Sparzinsen für Senioren

WIR-Bank, Anlagekonto, 1,25%

Migrosbank, Seniorensparkonto, 1,125% 1

BankCoop, Seniorensparkonto, 1%

Raiffeisen, Seniorensparkonto, 0,75%

Postfinance, Depositenkonto, 0,75%

Credit Suisse, Sparkonto, 0,5%

UBS, Sparkonto, 0,5%

 

Erschienen im BLICK am 30. Mai 2007

Claude Chatelain