Bern präsentiert sich 500 Reiseprofis

Blick vom Münster auf das durchsichtige Festzelt auf dem Münsterplatz.
Blick vom Münster auf das durchsichtige Festzelt auf dem Münsterplatz.

380 touristische Aussteller von Genf bis Graubünden empfingen übers Wochenende über 500 Reiseveranstalter und Reisejournalisten zum diesjährigen Swiss Travel Mart in Bern. Ein gelungener Anlass.

Wenn über 500 Touristiker aus aller Herren Länder den Swiss Travel Markt (STM) besuchen, so will sich der Austragungsort von der besten Seite zeigen. Dies in der Hoffnung, dass die Tourismuseinkäufer Reiseprogramme nach Bern ins Programm aufnehmen. Dass just in dieser Zeit die Marktgasse aufgerissen werden musste, ist Pech. Und dass auch der Wettergott übel mitspielte, ist doppeltes Pech. Oder ist das sogar ein Glück? Bei Regen wird einem die Einzigartigkeit der Lauben erst recht bewusst.

Blick aufs Münster durch das durchsichtige Zeltdach.
Blick aufs Münster durch das durchsichtige Zeltdach.

Jedenfalls liess sich Markus Lergier die Laune nicht verderben. Der Direktor von Bern Tourismus lud am Samstagabend die rund 900 in -und ausländischen Gäste zur „The Berne Experience“ auf den Münsterplatz. Ein kulinarischer Event mit musikalischer Darbietung im geheizten Zelt der Firma Hunziker. Wobei die durchsichtige Variante aufgestellt wurde. Wenn schon nicht die Alpen, so soll man wenigstens vom Sitzplatz aus den beleuchteten Münsterturm sehen können. Eindrücklich natürlich auch der Blick von oben auf das beleuchtete Partyzelt.

 

Ogi lud die illustre Schar ins Bundeshaus

 

Einen bleibenden Eindruck erhielten die touristischen Entscheidungsträger auch am Freitagabend auf dem Bundesplatz, wo sie von Alt-Bundespräsident Adolf Ogi in seiner bewährten Art begrüsst wurden. Und dann lädt «the former President of Switzerland» die illustre Schar ins Parlamentsgebäude zum Desserbuffet. Dort werden die Touristiker plötzlich zu Touristen und knipsen was die Kamera hält. „Wo auf der Welt kann man einfach so ins Regierungsgebäude gehen?“ fragt ein staunender Chinese.

 

Doch eigentlich sind die ausländischen Reiseprofis zum Arbeiten nach Bern gereist. Im 15-Minuten-Takt gehen sie in der Ausstellungshallte von Bernexpo von Aussteller zu Aussteller, um Kontakte zu knüpfen, Ideen zu sammeln, Reiseprogramme zu besprechen oder gar Verträge abzuschliessen. 

Ein japanischer Touristiker greift mit dem eidgenössischen Kranzschwinger Roger Brügger zusammen.
Ein japanischer Touristiker greift mit dem eidgenössischen Kranzschwinger Roger Brügger zusammen.

In der Schweiz wird Folklore gelebt

 

Die Folklore hat in der Tourismuswerbung einen grossen Stellenwert. Denn, so Jürg Schmid von Schweiz Tourismus, „es ist gelebte Folklore“. Während in anderen Ländern folkloristische Tänze und andere Darbietungen häufig nur noch Touristen offeriert werden, wird die Folklore in der Schweiz nach wie vor gelebt. In der Mitte der Ausstellungshalle der Bernexpo demonstrierten daher Schwingkönigin Sonja Kälin und der eidgenössische Krankschwinger Roger Brügger ein paar „schwingerische“ Leckerbissen. Für die mutigen Aussteller aus der Schweiz oder Einkäufer aus dem Ausland standen Zwilchhosen in allen Grössen zur Verfügung. „Etliche Chinesen sind in die Zwilchhosen gestiegen“, erzählt Roger Brügger.

Berns Tourismusdirektor Markus Lergier.
Berns Tourismusdirektor Markus Lergier.

So ist es naheliegend, dass Berns Tourismusdirektor Markus Lergier an der Medienkonferenz den internationalen Reisejournalisten nicht nur vom Zentrum Paul Klee von Renzo Piano, dem Shopping-Center Westside von Daniel Liebeskind, vom Einstein Museum und vom Bärenpark erzählte, sondern auch vom Eidgenössischen Schwingfest, welches Ende August in Burgdorf stattfindet. Das Eidgenössische auf englisch? „Federal Wrestling and Alpine Games Festival 2013“.

 

Erschienen auf BZ-Online am 2. Juni 2013

Claude Chatelain