Auch die Hotels lassen das Hilfspaket ungenutzt

Von den 100 Millionen Franken, die im Herbst 2011 für die Gesellschaft für Hotelkredit zur Abfederung der Frankenstärke gesprochen wurden, sind 2012 nur 18,1 Millionen beansprucht worden.

870 Millionen Franken hatten Bundesrat und Parlament im Herbst 2011 in ein Hilfspaket verpackt, als der Euro in Richtung Parität gefallen war. Dies zur Unterstützung der gebeutelten Exportwirtschaft, die wegen der ungünstigen Währungssituation hohe Ausfälle befürchtete. 100 Millionen erhielt die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit (SGH). Davon hat sie im zurückliegenden Jahr lediglich 18,1 Millionen in Anspruch genommen.

 

Nur eine Vorsichtsmassnahme


«Die 100 Millionen Franken waren eine Vorsichtsmassnahme, falls eine Kreditverknappung oder eine markante Erhöhung der Nachfrage eintreten sollte», erklärt SGH-Direktor Philippe Pasche. Diese Verknappung sei nicht eingetreten, obschon die Banken bei der Kreditvergabe die Zügel etwas angezogen hätten. Technisch betrachtet liegt der noch nicht gebrauchte Anteil dieser 100 Millionen Franken bei der eidgenössischen Finanzverwaltung. Falls sie bis Ende 2015 nicht beansprucht werden, fliessen die restlichen Gelder zumindest nach heutigem Kenntnisstand in die Bundeskasse zurück. Der grösste Brocken des Hilfspakets floss vor anderthalb Jahren in die Arbeitslosenversicherung: Sie erhielt 500 Millionen für die Entschädigung von Kurzarbeit. 212,5 Millionen waren für Forschung und Innovation und 46,5 Millionen für Transportunternehmen gedacht.

 

Entgegen der Befürchtungen hat die Kurzarbeit jedoch nicht zugenommen (Ausgabe von gestern). Im Gegenteil: Die Entschädigungen beliefen sich 2012 lediglich auf 96 Millionen Franken, rund 10 Prozent der im Krisenjahr 2009 getätigten Ausgaben für Kurzarbeit.

 

Erschienen in der BZ am 30. April 2013

Claude Chatelain