Die Mobiliar wächst stärker als der Markt

Inhaber einer Haushalt- und Gebäudeversicherungspolice der Mobiliar können sich auf einen Rabatt freuen. Und auch die Mitarbeiter profitieren vom guten Geschäftsergebnis des Berner Sachversicherers.

«Uns geht es gut. Uns geht es sogar sehr gut», sagte gestern Markus Hongler an der Bilanzmedienkonferenz in Bern. Nichts deutet darauf hin, dass der CEO der Mobiliar mit dieser Einschätzung übertrieben hätte. Und wenn es der genossenschaftlich organisierten Versicherungsgesellschaft gut geht, profitieren davon insbesondere auch die Kunden und die rund 4000 Mitarbeitenden:

  • Die Kunden, weil die Prämienrechnung für die Haushalt- und Gebäudeversicherungen um 20 Prozent verbilligt wird. Zu diesem Zweck überweist die Mobiliar 140 Millionen Franken in den Überschussfonds. Vor Jahresfrist waren es 120 Millionen.
  • Die Mitarbeiter, weil ihr Arbeitgeber 190 Millionen Franken in die Pensionskasse einschiesst. Das sind fast 10 Prozent des Kapitals von 2 Milliarden Franken. Dabei ist die Vorsorgeeinrichtung der Mobiliar mit einem Deckungsgrad von 112 Prozent keineswegs ein Sanierungsfall. Die Millionen dienen dazu, dass die aktiv Versicherten nicht mehr einen Teil der laufenden Renten mitfinanzieren müssen.

 

Diese 190 Millionen erklären auch die Gewinneinbusse von 28,8 Prozent. Ohne diesen ausserordentlichen Aufwand hätte ein Jahresgewinn von 425,8 Millionen Franken resultiert, 28,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Bemerkenswert ist schliesslich, wie die Mobiliar in einem weitgehend gesättigten Markt Jahr für Jahr die Marktanteile zu steigern vermag.

Markus Hongler: "Uns geht es gut. Uns geht es sogar sehr gut."
Markus Hongler: "Uns geht es gut. Uns geht es sogar sehr gut."

Irgendetwas scheint die Genossenschaft besser zu machen als ihre börsenkotierte Konkurrenz. Glaubt man dem Hergiswiler Marktforschungsinstitut GFK Switzerland, so erfreut sich die Mobiliar einer überdurchschnittlichen Kundenzufriedenheit. Auch die Zufriedenheit der Mitarbeiter wird von der auf Mitarbeiterumfragen spezialisierten Transfer Plus in Stansstad seit Jahren als «sehr gut» bezeichnet.

 

Da schon die Gebäudeversicherung des Kantons Bern (GVB) wie auch die Emmental-Versicherung mit Sitz in Konolfingen gute Geschäftszahlen vorlegten, erstaunt es nicht, dass auch die Mobiliar-Versicherung im zurückliegenden Jahr unter dem Strich erfolgreich arbeitete. Die Sachversicherer wurden 2012 vor grossen Umweltschäden verschont und konnten erst noch auf den Finanzmärkten schöne Gewinne verbuchen. Das drückt sich im finanziellen Ergebnis von 359 Millionen Franken aus, was einer Zunahme gegenüber dem Vorjahr von 34,3 Prozent entspricht. Wobei die Anlagerendite von 4,4 Prozent nicht als überragend eingestuft werden kann. Die Emmental-Versicherung erzielte 7,2 Prozent.

 

Erschienen in der BZ am 13. April 2013

Claude Chatelain