Die Bank EEK hat ein besonders dickes Polster

Kleinerer Konzerngewinn, höherer Bruttogewinn und keine Probleme mit Kickbacks. Dies die Stichworte der Bank EEK.

EEK-Direktor Daniel Pfanner kann stolz sein auf "seine" Bank.
EEK-Direktor Daniel Pfanner kann stolz sein auf "seine" Bank.

Von einem Eigenkapital wie jenem der Bank EEK kann manche Bank nur träumen: Die Finanzmarktaufsicht (Finma) verlangt einen Eigenmitteldeckungsgrad von 150 Prozent; die Bank EEK weist fast dreimal mehr aus, nämlich 422 Prozent. Auf ein so dickes Polster kommt keine andere Bank im Kanton Bern.

 

Der Rückgang des Konzerngewinns ist auf zwei Faktoren zurückzuführen. Mit dem Verkauf von Obligationen fielen zusätzliche Steuern an. Zudem hat die Bank EEK im abgelaufenen Geschäftsjahr im Unterschied zum Jahr zuvor keine Rückstellungen aufgelöst. Doch aussagekräftiger als der Konzerngewinn ist eh der Bruttogewinn, der deutlich gesteigert werden konnte. Dem guten Börsenjahr ist zu verdanken, dass das Kosten-Ertrag-Verhältnis von 50,1 auf 47,1 Prozent gesenkt werden konnte. Nur wenige Banken schaffen es, diese wichtige Kennziffer auf unter 50 Prozent zu drücken. Der Stadtberner Bank kommt zugute, dass sie kein aufwendiges Filialnetz zu unterhalten braucht. Sie kann sich auf ihren Hauptsitz an der Amthausgasse beschränken.

 

Ein grosses Thema in der Bankenwelt sind derzeit die Kickbacks. Also jene Retrozessionen, die Banken von Fondsgesellschaften erhalten und laut Bundesgericht dem Kunden gutgeschrieben werden müssen. Die Finma forderte die Banken auf, die Kickbacks den Kunden mit Vermögensverwaltungsmandaten zurückzuzahlen. Die kapitalstarke Bank EEK wird das nicht erschüttern: Sie hat nur 23 VV-Mandate. Nach ersten Schätzungen wird sie die Rückerstattung weniger als 50 000 Franken kosten. Mehr ins Gewicht fällt der Arbeitsaufwand, um all die Kickbacks auf zehn Jahre zurück zu eruieren. In einem konkreten Fall arbeitete ein EEK-Mitarbeiter zwei Tage, um für einen Kunden Kickbacks von insgesamt 200 Franken auszumachen.

 

Erschienen in der BZ am 5. März 2013

Claude Chatelain