Entlarvend und kontraproduktiv

Die UBS schreibt für 2012 einen Verlust von 2,5 Milliarden Franken und zahlt für den gleichen Betrag Boni aus. Das wurde am Dienstag bekannt. Doch wie viel die Topmanager, also die potenziellen Abzocker, erhalten sollen, wird erst am 14. März kommuniziert, knapp zwei Wochen nach der Abstimmung zur Abzockerinitiative.

Die Credit Suisse macht es noch dreister. Sie sagt vor der Abstimmung zur Minder-Initiative gar nichts zu den Boni. Das entspricht nicht den Gepflogenheiten. Ganz offensichtlich wollen die Grossbanken hier etwas verbergen, als ob sie ein schlechtes Gewissen hätten. Das ist entlarvend. Dieses plumpe Verhalten nützt eher der Initiative als dem Gegenvorschlag.

 

Erschienen in der BZ am 8. Februar 2013

Claude Chatelain