VR-Präsident wirft bereits das Handtuch

René Jenny sieht seine Mission als erfüllt an.
René Jenny sieht seine Mission als erfüllt an.

Vor gut einem Jahr gewählt – und schon will René Jenny das Präsidium der Krankenkasse KPT wieder abgeben.


Der ehemaligen Beamtenkasse KPT wäre etwas Ruhe zu gönnen. Über ein Jahr stand deren Führungsriege unter Verwaltungsratspräsident Walter Bosch in den Negativschlagzeilen. Sie wollte die Berner Kasse mit der Zürcher Sanitas fusionieren. Aufgrund eines umstrittenen Mitarbeiterbeteiligungsprogramms hätten Mitglieder des Verwaltungsrats und des Managements mit diesem Deal je über eine Million Franken garniert. Es kam anders: Die Finanzmarktaufsicht stoppte das Vorhaben, leitete eine Untersuchung ein und verklagte Walter Bosch und seinen Vize Bernhard Liechti wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Die übrigen VR-Mitglieder wurden suspendiert.

Das war vor gut einem Jahr. Dann übernahm eine völlig neue Crew unter dem ehemaligen Galenica-Manager René Jenny das Zepter. Und jetzt will ebendieser Jenny per Ende April 2013 anlässlich der ordentlichen Delegiertenversammlung aus dem Verwaltungsrat der KPT zurücktreten. «Ich werde bis April 2013 meinen Kernauftrag bei der KPT erfüllt haben und will mich danach auf meine weiteren Mandate im Gesundheitswesen konzentrieren. Ich freue mich, Ende April ein gesundes und erfolgreiches Unternehmen übergeben zu können», lässt sich der KPT-Präsident in einem Communiqué zitieren. Über seine wahren Beweggründe des vorzeitigen Rücktritts lässt er sich nicht vernehmen. Bei seinem Amtsantritt hinterliess er jedenfalls nicht den Eindruck, das Amt nur im Interregnum ausüben zu wollen.

 

Über seine Nachfolge lässt sich derzeit noch nichts sagen. Die anderen VR-Mitglieder hätten – im Unterschied zum vorherigen Verwaltungsrat – alle das Zeug, das Präsidium zu übernehmen — vielleicht abgesehen vom vorgerückten Alter. Der jüngste ist 58, der Älteste 69 Jahre.

 

Erschienen in der BZ am 1. Februar 2013

Claude Chatelain