Zürich ist zu beneiden im Vergleich zu Visp

UBS-Hauptsitz an der Bahnhofstrasse in Zürich
UBS-Hauptsitz an der Bahnhofstrasse in Zürich

Streicht die UBS im Raum Zürich 2000 Arbeitsstellen, so wird das auf dem Bankenplatz Spuren hinterlassen. Noch grössere Spuren gibt es aber im Oberwallis, wenn die Lonza 400 Stellen abbaut.

 

Ein grosser Teil der Investmentbanker in Zürich ist sehr gut bezahlt; einige davon haben in der Vergangenheit derart viel verdient, dass sie zumindest aus finanziellen Gründen kaum mehr zu arbeiten brauchen. Andere können in die Heimat zurückkehren, denn der Ausländeranteil auf dem Zürcher Finanzplatz ist gross. Und nochmals andere werden problemlos eine neue Stelle finden. Jeder vierte Grossbanker ist ein Informatiker. So ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl der in Zürich entlassenen Leuten einen IT-Background besitzt. Sie haben grosse Chancen, innerhalb oder ausserhalb der Branche einen neuen Job zu finden.

 

Lonza-Werk in Visp
Lonza-Werk in Visp

Ganz anders die Verhältnisse in Visp: Die Lonza ist die mit Abstand grösste Firma in der Region. Fallen 400 der insgesamt 2800 Arbeitsplätze weg, kommt das einem kleineren Erdbeben gleich. Die betroffenen Leute werden nicht so schnell einen Job finden. Das Stellenangebot im Oberwallis ist beschränkt. 

 

Im Kanton Bern gibt es mit Ausnahme der staatsnahen Betriebe kaum Unternehmen, die derart viel Leute beschäftigen wie die Lonza allein in Visp. Eine derartige Abhängigkeit von einem einzigen, börsenkotierten Weltkonzern ist ungesund und höchst ungemütlich.

 

Claude Chatelain