Mobiliar kooperiert mit Concordia

Markus Hongler, Chef Mobiliar
Markus Hongler, Chef Mobiliar

Concordia vermittelt ihren Kunden neu auch Produkte der Mobiliar. Im Gegenzug vermittelt die Mobiliar ihren Kunden Krankenkassenprodukte der Concordia aus der obligatorischen Grund- und den freiwilligen Zusatzversicherungen.

 

«Wir wollen den Nutzen für unsere Kundinnen und Kunden laufend erhöhen», sagt Concordia-Chef Nikolai Dittli. Und sein Pendant bei der Mobiliar, Markus Hongler, meint: «Diese Kooperation bringt einen Mehrwert für Kunden und Mitarbeitende. Hier haben sich zwei verlässliche und solide Partner gefunden.»

Bereits seit 1958 kooperiert die Mobiliar mit der Sanitas aus Zürich. «Diese Kooperation läuft normal weiter», erklärt Mobi-Sprecher Jürg Thalmann. Der Aussendienst der Mobiliar wird also ab 1.Januar 2013 sowohl Sanitas- wie auch Concordia-Produkte verkaufen. Sanitas wird darüber nicht erbost sein, da es kaum einen Versicherer gibt, mit welchem Sanitas noch keine Partnerschaft eingegangen ist. Im Stile eine Brokers hat Sanitas mit acht Sach- oder Lebensversicherern eine Vertriebspartnerschaft abgeschlossen, darunter mit Axa, Basler, Swiss Life, Zürich und eben der Mobiliar. Wie wichtig dieser Vertriebskanal ist, will Sanitas-Sprecherin Isabelle Vautravers nicht verraten. Branchenkenner wissen jedoch zu berichten, dass dieses sogenannte Cross-Selling nicht das grosse Business bringt. Die drei grossen Kassen mit Sitz in Bern – Visana, KPT, Atupri – kommen jedenfalls ohne eine solche Vertriebspartnerschaft aus.

 

Alle Jahre höhere Prämien

Krankenkassen verfügen nicht über einen derart ausgebauten Aussendienst, um im grossen Stil Lebensversicherungen zu verkaufen. Und die Versicherungsvertreter sind nicht wahnsinnig scharf auf den Verkauf von Krankenkassenpolicen. Erstens ist die Provision eher bescheiden, zweitens ist es einem Versicherungsberater unangenehm, seiner angestammten und treuen Kundschaft alle Jahre die zum Teil horrende Steigerung der Krankenkassenprämien zu rechtfertigen.

 

Mobiliar in Zahlen

 

Neben der neuen Vertriebspartnerschaft mit Concordia gab die Mobiliar gestern Donnerstag ebenfalls die Halbjahreszahlen bekannt. Danach ist die genossenschaftlich verankerte Mobiliar über dem Marktdurchschnitt gewachsen. Die Prämieneinnahmen stiegen um 5,2 Prozent. 

Und der Halbjahresgewinn stieg um 5 Prozent auf 198,3 Millionen Franken. 

Als Folge der massiven Kälteperiode im Februar sind Frostschäden in aussergewöhnlichem Ausmass von rund 30 Millionen Franken angefallen. Hinzu kamen Elementarschäden und mehrere grössere Feuerschäden. 

Aufgrund des höheren Schadenverlaufs liegt das technische Ergebnis unter dem ausserordentlich guten Vorjahressemester. Die Combined Ratio, die Schadenkostenquote, beträgt 93,8 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 88 Prozent gewesen. Je geringer die Schadenkostenquote, desto profitabler arbeitet das Unternehmen.

 

 

Erschienen in der BZ am 14. September 2012

Claude Chatelain