Die Sicherheit ist in der 2. Säule wichtiger als die Rendite

«Könnten die Versicherten ihre Pensionskasse selbst aussuchen, würden sie dem Sicherheitsaspekt die grösste Bedeutung beimessen.» Zu diesem Fazit kommt Axa Investment Managers nach einer Umfrage zur 2. Säule in der Schweiz. 90 Prozent der Befragten nennen die Kapitalsicherheit als wichtigstes Kriterium.

 

Das zweitwichtigste Kriterium ist nicht etwa die Rendite, wie das Pensionskassenmanager vermuten dürften. Noch wichtiger sind für Schweizerinnen und Schweizer «leicht verständliche Unterlagen». 84 Prozent haben sich entsprechend geäussert.

Daraus sollten nicht nur die Verantwortlichen der Vorsorgeeinrichtungen eine Lehre ziehen, sondern all die Politiker und Bundesangestellten, die am Gesetzgebungsprozess beteiligt sind. Regelwerk und Begriffe in der beruflichen Vorsorge sind teilweise derart kompliziert und unverständlich, dass es kein einfaches Unterfangen ist, «leicht verständliche Unterlagen» zusammenzustellen. Für 77 Prozent der Befragten ist die Beratung sehr wichtig; nur 71 Prozent hoffen dagegen auf «gute Renditen und eine gute Verzinsung».

 

Die Umfrage, die von Isopublic durchgeführt und heute Morgen präsentiert wurde, prüfte auch den Wissensstand zur 2. Säule: 92 Prozent der befragten Männer konnten ihr AHV-Alter korrekt mit 65 angeben. Doch nur 50 Prozent der Frauen scheinen zu wissen, dass das gesetzliche Rentenalter für Frauen bei 64 Jahren liegt. Am 7. März 2010 hatte das Schweizervolk über die gesetzliche Höhe des Umwandlungssatzes abgestimmt. Doch nur 43 Prozent der Befragten wissen, was es mit diese Kennziffer auf sich hat. Mit dem sogenannten Umwandlungssatz wird die jährliche Rente in Prozent des gesamten Alterskapitals berechnet. 37 Prozent der Befragten können nicht sagen, ob sie einer autonomen Pensionskasse oder einer Sammelstiftung angeschlossenen sind. 26 Prozent wissen nicht, bei welcher Pensionskasse ihr Geld angelegt ist. Und bei den Rentnerinnen und Rentnern liegt der Anteil jener, die nicht wissen, woher ihre monatliche Rente stammt, bei 15 Prozent.

 

Erschienen in der BZ am 5. September 2012

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Claude Chatelain