Fünf Wochen Ferien wären besser

Teneriffa - Blick vom Hotel meines Webmasters.
Teneriffa - Blick vom Hotel meines Webmasters.

Es ist doch seltsam: Da werden auf dem Silbertablett zusätzliche Ferien offeriert, und das Schweizervolk lehnt dankend ab. Das wird im Ausland Verwunderung hervorrufen. Und im Inland wird man sich fragen, weshalb der Souverän ein solches Geschenk schnöde ablehnt.

 

Hauptursache der Absage liegt in der überrissenen Forderung: Sechs statt vier Wochen entspricht einer 50-prozentigen Erhöhung des gesetzlichen Ferienanspruchs. Der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse hat wohl damit spekuliert, dass das Parlament auf einen indirekten Gegenvorschlag von fünf Wochen eintreten wird. Damit hätten die Gewerkschafter einen Teilerfolg verbucht. So à la Teppichhändler in arabischen Souks: Man verlangt einen überrissenen Preis, um nach hartnäckigem Feilschen mit der Hälfte des Preises mehr als zufrieden zu sein. Ein Gegenvorschlag war im Bundesrat und im Parlament kein Thema. 

Das zeigt, dass die Volksinitiative nicht wirklich ernst genommen wurde. Travailsuisse leistete mit ihrem Poker all jenen einen Bärendienst, die weniger als fünf Wochen Ferien haben. Eine Initiative «5 Wochen Ferien für alle» hätte Chancen gehabt, die Gunst des Schweizervolks zu gewinnen.

 

Erschienen in der BZ am 12. März 2012

Claude Chatelain