Vierte Säule: Achten Sie auf den Superbowl-Indikator

Siegen am nächsten Sonntag im Superbowl die New England Patriots, ist ein gutes Börsenjahr angesagt.
Siegen am nächsten Sonntag im Superbowl die New England Patriots, ist ein gutes Börsenjahr angesagt.

Die US-Börse ist eine der wenigen, die im zurückliegenden Jahr vorwärtsmachte. Der scharfsinnige Analyst wird darob nicht überrascht sein. Schon am 7. Februar 2011, also ziemlich genau vor einem Jahr, war ihm klar geworden, dass die Kurse für US-Aktien steigen werden. In der Nacht zuvor hatten nämlich die Greenbay Packers die Pittsburgh Steelers geschlagen. Es war die 45. Auflage des Endspiels um die Meisterschaft im American Football, den Superbowl. Die Indianer nannten solche Treffen Powwow.

Sie werden einwenden, das sei Hokuspokus, reiner Zufall und bar jeglicher Grundlage. Recht haben Sie. Doch laut Statistik ist der Superbowl-Indikator mindestens so treffsicher wie die Prognosen der Ökonomen. Der Indikator besagt, dass die US-Börse steigen wird, wenn beim Superbowl der Gewinner der National Football Conference (NFC) triumphiert. Siegt jedoch das Team der American Football Conference (AFC), steht ein düsteres Börsenjahr bevor. Gemäss www.deraktionaer.de liegt die Trefferquote des Superbowl-Indikators bei 80 Prozent. Geht man aber davon aus, dass die Regel seit 1967 in 29 von 45 Fällen sich als richtig erwies, wie das eine andere Quelle sagt, so ergibt das eine Trefferquote von 64 Prozent. Das ist immer noch mehr, als man von Ökonomen erwarten darf. Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit. Da werden fürs Gipfeltreffen in Indianapolis die Patrioten auf die Riesen treffen, also die New England Patriots auf die New York Giants. Adrian Ruch, mein Kollege von der Sportredaktion, tippt auf New England. Die Patriots sind Leader der AFC. Und wie wir eben gelesen haben, ist damit ein mieses Börsenjahr angesagt: Hände weg von US-Aktien.

 

Oder sollten wir uns ans Jahr 2008 erinnern? Damals trafen die gleichen Teams aufeinander wie am nächsten Sonntag. Es triumphierten völlig überraschend die New York Giants über die New England Patriots. An der Wallstreet hätte es demnach aufwärtsgehen sollen. Doch das Börsenjahr 2008 endete mit historischen Kursverlusten von rund 40 Prozent. Vielleicht sollten wir doch eher auf Ökonomen vertrauen. 

 

Erschienen in der BZ am 31. Januar 2012

Claude Chatelain