Villiger geht früher - das ist gut so

Kaspar Villiger, Verwaltungsratspräsident der UBS.
Kaspar Villiger, Verwaltungsratspräsident der UBS.

Eine durchzogene und zwei gute Nachrichten verkündete gestern die UBS. Durchzogen ist die Wahl von Sergio Ermotti als Konzernchef. Aus Sicht des Steuerzahlers ist zu wünschen, dass die UBS das gewinnträchtige, aber gleichzeitig riskante Investmentbanking zurückstutzt. Doch Ermotti ist im Investmentbanking gross geworden. Von aussen betrachtet muss man befürchten, dass er das Investmentbanking nur halbherzig zurückfahren wird. Oder ist der Tessiner aufgrund seiner langjährigen Erfahrung bei Merrill Lynch für den Umbau dieses sensiblen Bereichs geradezu prädestiniert? Diese Frage wird womöglich bereits morgen Donnerstag, am Investorentag in New York, beantwortet. 

Definitiv eine gute Nachricht ist dafür der Umstand, dass das Interregnum von Sergio Ermotti nun vorbei ist. Der Tessiner muss nicht mehr mit angezogener Handbremse agieren und kann den Umbau vorantreiben. Das wird ihm erleichtert, indem – und das ist die beste Nachricht überhaupt – der deutsche Axel Weber den glücklosen UBS-Präsidenten Kaspar Villiger nicht erst 2013, sondern bereits im kommenden Jahr ablösen wird. Damit wird das Vakuum beseitigt, und das neue Duo kann den lange erwarteten Strategiewechsel ohne Rücksicht auf baldige Personalmutationen an die Hand nehmen.

 

Erschienen in der BZ am 16. November 2011

Claude Chatelain