Vierte Säule: Zu Managed-Care und den Krankenkassenprämien

FDP-Sozialminister Didier Burkhalter
FDP-Sozialminister Didier Burkhalter

Um lediglich 2,2 Prozent werden die Krankenkassenprämien 2012 im schweizerischen Mittel ansteigen. Gemessen an der geschätzten Teuerung von 0,3 Prozent ist das viel; gemessen an den Prämiensteigerungen der vergangenen Jahre ist das wenig.

 

Wird sich der Prämienanstieg auf diesem Niveau konsolidieren? Bundesrat Didier Burkhalter hat eine klare Antwort darauf: «Ja, aber nur wenn sich die angestrebten Reformen im Gesundheitswesen realisieren lassen.» Ohne Reform werden die Prämiensteigerungen in Zukunft wieder höher ausfallen.

Eine dieser Reformen sind die Managed-Care-Modelle, wie sie das Parlament nun nach jahrelangem zähen Ringen abgesegnet hat. Da nun das Referendum dagegen angekündigt wurde, dürfte das Volk das letzte Wort zu dieser Reform haben.

 

Burkhalter befürchtet einen schwierigen Abstimmungskampf, weil Managed Care nicht einfach zu erklären sei. Ich frage mich, ob die Abstimmungsbotschaft wirklich so kompliziert ist: «Wollen Sie, dass die Krankenkassenprämien alle Jahre um über 5 Prozent steigen? Dann lehnen Sie Managed Care ab.» Und: «Wollen Sie in Zukunft nur moderate Prämiensteigerungen? Dann stimmen Sie Managed Care zu.» Diese Botschaft versteht jeder. Die Frage ist nur, ob sie auch stimmt. Ich bin mir da nicht so sicher.

 

Erschienen in der BZ am 4. Oktober 2011

Claude Chatelain