Die Luxushotel-Gruppe ist gut unterwegs

Die Victoria-Jungfrau Collection mag nicht in den Chor derer einstimmen, die aufgrund des starken Frankens das Ende der Schweizer Hotellerie prophezeien.

 

«Aufwärtstrend auf allen Ebenen», lautet die Medienmitteilung des gestern verkündeten Halbjahresergebnisses der Victoria-Jungfrau Collection. Den Anstieg der Übernachtungen um 5,9 Prozent und den Gewinn von 920 000 Franken hat die Hotelgruppe vor einer Woche bekannt gegeben. Gestern wurden noch Detailergebnisse nachgeliefert. Bemerkenswert ist, dass der Durchschnittspreis verfügbarer Zimmer für die vier Häuser in Bern, Interlaken, Luzern und Zürich um 1,8 Prozent auf 173 Schweizer Franken angestiegen ist. Diese «Revenue per available room» oder «RevPar» ist die wohl wichtigste Kennziffer in der Hotellerie. Insbesondere das Berner Bellevue Palace hat mit einem Anstieg der RevPar um 12,7 Prozent auf 178 Franken zu diesem positiven Ergebnis beigetragen. «Wir bearbeiten den Schweizer Markt ganz bewusst», sagt Beat Sigg, der VR-Delegierte der Gruppe. So ist für ihn der hohe Anteil an Schweizer Gästen einer der ausschlaggebenden Faktoren für das erfreuliche Resultat.

 

Im Victoria-Jungfrau in Interlaken beträgt der Anteil der Schweizer 52 Prozent; im Berner Bellevue 40 Prozent. Ebenfalls wichtig ist laut Sigg die gute Verankerung in Ländern wie Indien, China, Brasilien und den Golfstaaten, deren Gäste gar nicht so stark vom Dollar abhängig seien, wie man das meinen könnte. Entsprechend positiv ist daher der Ausblick für die zweite Jahreshälfte: «Das Bellevue Palace rechnet mit einer grundsätzlich positiven Entwicklung», und im Victoria-Jungfrau ist man «trotz Wolken am Wirtschaftshimmel zuversichtlich», steht im Halbjahresbericht der Victoria-Jungfrau Collection zu lesen. Wobei man anfügen darf, dass sich Jahresberichte an Aktionäre und nicht an subventionswillige Politiker richten.

 

Erschienen in der BZ am 26. August 2011

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Claude Chatelain