Moment mal: Strauss-Kahn for President

Dominique Strauss-Kahn.
Dominique Strauss-Kahn.

Angenommen, es ging am 14. Mai in der Luxussuite 2806 des Sofitel in Manhattan zu und her, wie es nach neustem Stand der Erkenntnisse (oder Gerüchte?) aussieht. Dann wäre der aussichtsreichste Präsidentschaftskandidat der französischen Linken einem durchtriebenen Weib auf den Leim gekrochen.

Schon der Kennedy-Clan griff anfangs der 90-Jahre tief in die Tasche, weil sich ein Kennedy-Spross am Strand von Palm Beach zu einvernehmlichem Sex hinreissen liess, was die Studentin vor dem Richter als Vergewaltigung darstellte.

 

Was ist von dieser Saga um Dominique Strauss-Kahn nun zu halten? Der 32-jährigen Hotelangestellten aus Guinea darf man ein gerüttelt Mass an Cleverness attestieren. Sie weiss, wie man in den USA reich wird. Dem hochintelligenten DSK muss man indessen eine gehörige Portion Dummheit unterstellen, sobald bei ihm die Libido das Gehirn ausschaltet. Er soll vorher einer Zeitung gegenüber die Befürchtung geäussert haben, dass ihm eine Frau für eine Menge Geld die Geschichte einer Vergewaltigung anhängen könnte.

 

Er hats gewusst – und trotzdem hat er es gemacht. Das scheint die Franzosen nicht daran zu hindern, sich auf das Comeback des Salonsozialisten zu freuen.

 

Freuen dürfen sich auch die Medien: Sie werden sich daran laben, wenn Strauss-Kahn auf Staatsbesuch bei Silvio Berlusconi geht und die beiden Staatsmänner im fröhlichen Teil der Visite eine Neuauflage der Bacchus-Feste wie im alten Rom bestreiten.

 

Erschienen in der BZ am 4. Juli 2011

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Claude Chatelain