Valiant fährt die Ernte ein

Die Valiant-Bank ist mit der Zürcher Kantonalbank eine Vertriebsorganisation eingegangen. Gleichzeitig beteiligt sich die ZKB an der Valiant-Holding.

 

«Die Expansion muss verdaut werden. Jetzt kommt die Erntephase», sagt Michael Hobmeier, CEO der Valiant-Bank. An dieser Ernte wird sich auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) beteiligen. So haben die beiden eine Vertriebskooperation vereinbart. Dem Valiant-Kunden wird somit eine breitere Angebotspalette offeriert, führt doch die ZKB um die 30 eigene Anlagefonds im Sortiment. Diese Neuigkeit darf freilich aus Sicht der Valiant nicht überbewertet werden: Schon heute kann man bei Banken mehr oder weniger jeden der 7200 Anlagefonds kaufen, die in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen sind. Neu dürften dagegen bei der Valiant die ZKB-Fonds zu Vorzugsbedingungen zu haben sein, wobei die Konditionen noch nicht ausgehandelt sind.

 

Interessant für die ZKB

 

Besonders interessant ist dieser Deal für die ZKB: Sie kann neu ihre 30 Fonds ausserhalb der Kantonsgrenzen über das dichte Filialnetz der Valiant-Gruppe vertreiben. Als Gegenleistung stellt die ZKB der Valiant ihre Markt- und Unternehmensstudien zur Verfügung, wobei die meisten dieser Studien den Bankmitarbeitern auch sonst zur Verfügung stehen. An den bisherigen Partnerschaften mit Lombard Odier und Postfinance ändert sich nichts. Die Abwicklungsplattform bleibt bei Lombard Odier. Die Anleger haben diese News mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen: Der Kurs stieg um 1,2 Prozent auf 125 Franken.

 

Zur Erinnerung: Vor anderthalb Monaten schloss die Aktie bei 99 Franken, 20 Prozent tiefer als gestern. Als positives Signal zu werten ist schliesslich die 3-prozentige Beteiligung der ZKB am Aktienkapital der Valiant. Angesichts des bescheidenen Anteils von 3 Prozent handle es sich hier freilich noch nicht um jenen strategischen Partner, der bei aufflammenden Kursturbulenzen als Stabilisator wirken könnte und den die Valiant-Holding gerne an sich binden würde, wie VR-Präsident Kurt Streit an der Generalversammlung in Luzern erklärte.

 

 

INFOTHEK

Die Regionalbankengruppe Valiant ist in den zurückliegenden Jahren extrem gewachsen. Sie hat Banken wie die Obersimmentalische Volksbank, die Bank Jura Laufen, die Spar- und Leihkasse Steffisburg sowie die Caisse d’épargne de Siviriez übernommen. Zudem hat sie Geschäftsstellen in Basel, Biel, Delsberg, Neuenburg und Yverdon eröffnet oder von anderen Banken übernommen.

 

 

Nun ist nach dieser rasanten Expansion die Konsolidierung angesagt, wie die Valiant-Spitze mehrfach betonte, zumal die Valiant-Aktien seit Oktober 2010 massiv an Wert verloren und damit als Akquisitionswährung an Attraktivität eingebüsst haben.

 

Erschienen in der BZ am 30. Juni 2011


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Claude Chatelain