Nebenwertefonds: Klein, aber oho

Nebenwerte gehören in jedes Portefeuille. Schwieriger als diese generelle Aussage ist die richtige Wahl des entsprechenden Fonds.

Im Fondsgeschäft brauchen sich die Kleinen von den Grossen nicht zertrampeln zu lassen. «Wer langfristig auf Small Caps setzt, verdient mehr als mit Blue Chips, besonders in einem Aufwärtstrend», schreibt Nordea Investment Funds in einem Kommentar. Dies, weil kleinere Unternehmen in einem zyklischen Aufschwung besonders schnell und besonders stark profitierten. Wer diesem Rat Folge leisten will, kauft einen Nebenwertefonds. Und schon beginnt die Kleinarbeit: Der Wildwuchs ist gross.

 

Die meisten Fondsanbieter unterscheiden nicht zwischen Mid und Small Caps. Sie enthalten beides. Manche unter ihnen, etwa der DWS, setzen vor allem auf die grossen Mid Caps wie Givaudan, Sonova, Geberit oder Schindler. Doch wer auf die grossen Mid Caps setzt, kauft am besten einen börsengehandelten Indexfonds, auch bekannt unter dem Kürzel ETF. Denn die 30 grössten Mid Caps der Schweizer Börse wie etwa Bâloise, Clariant, Givaudan, Meyer Burger oder Swiss Life werden im SMIM abgebildet. Und für diesen Index gibt es den «CS ETF (CH) on SMIM». ETF sind günstiger, transparenter und einfacher zu handeln als herkömmliche Anlagefonds – und meistens erst noch rentabler.

Ausgewählte Fonds für Nebenwerte

Valor
Name Rendite Rendite



1 Jahr 3 Jahre
279572
Vontobel Swiss Small Companies 26.14 18.35
2503847
DWS (CH) S&M Switzerland 25.86 26.58
329958
Pictet Swiss Mid Small Cap 24.12 32.19
1222576
Vontobel Swiss Mid & Small Cap 23.88 20.08
111724
UBS Mid Caps Switzerland 21.43 26.30
2029954
Lombard Odier Swiss Cap 21.20 25.43
1871299
Swisscanto S&M Switzerland 20.98 24.51
163214
CS S&M Cap Switzerland 20.46 24.54

   


Für Small Caps gibt es jedoch keinen ETF. Wer also als Ergänzung zum SMIM auch in kleinere Unternehmen investieren möchte, muss in einen konventionellen Anlagefonds ausweichen. Und hier wird es nun schwierig, da die meisten Fonds – wie gesagt – sowohl Mid Caps wie auch Small Caps enthalten. Eine Ausnahme bildet die UBS: Sie führt im Segment der Nebenwerte zwei unterschiedliche Fonds: einen für die kleinen und einen für die mittleren Unternehmen, wobei auch der Small Cap entgegen seinem Namen grössere Positionen von typischen Mid Caps wie Temenos, Georg Fischer und Meyer Burger enthält.

 

Konsequenter auf kleinere Unternehmen konzentriert sich der Sara Select, der seit 1996 vom gleichen Fondsmanager geführt wird. Die grössten Positionen dieses Fonds bilden LEM, Bossard, Dätwyler, Phoenix Mecano und Belimo.

 

Schliesslich sei noch der Vontobel Swiss Small Companies erwähnt. Postfinance hat diesen Fonds in ihrem Sortiment. Das ist wie ein Gütesiegel, denn Postfinance führt pro Kategorie immer nur einen Anlagefonds im Angebot – und natürlich kaum den schlechtesten.

 

INFOTHEK

Börsenkapitalisierung: Anzahl an der Börse gehandelter Aktien multipliziert mit dem Kurs. Die grösste Marktkapitalisierung der Schweizer Börse weist derzeit Nestlé mit über 180 Milliarden Franken auf.

 

Mid Cap: Englische Bezeichnung für Aktiengesellschaften mit einer mittleren Börsenkapitalisierung. Die Schweizer Börse erstellt eine Rangliste der Unternehmen mit der grössten Kapitalisierung und dem höchsten Transaktionsvolumen. Die Unternehmen vom 21. bis 100. Rang zählen zum Segment der Mid Caps.  

Nebenwerte: Alle Small und Mid Caps. Oder anders gesagt: jene Titel, die nicht im SMI enthalten sind.

 

Small Cap: Englische Bezeichnung für Gesellschaften mit einer kleineren Marktkapitalisierung.

 

Standardwerte: Die 20 gross kapitalisierten Gesellschaften, die im Swiss Market Index (SMI) enthalten sind, auch Bluechips oder Large Caps genannt. Die Schweizer Börse definiert 20 Large Caps, 80 Mid Caps und 122 Small Caps.

 

Erschienen in der BZ am 10. Mai 2011


Claude Chatelain