Vor zehn Jahren wurden Genossenschaften noch belächelt

Wie doch die Zeiten ändern: Vor zehn Jahren wurden Genossenschaften noch belächelt. Sie galten als Auslaufmodell.

Als modern und vorbildlich galt dagegen eine Swiss Life, die vorher altbacken Rentenanstalt hiess. Sie hatte das Rechtskleid der Genossenschaft abgelegt und sich in eine Aktiengesellschaft gewandelt. Dann aber kam bei Swiss Life eine schwarze Kasse zum Vorschein, und der Versicherer geriet auch sonst in finanzielle Schwierigkeiten. Eine andere Geschichte die Mobiliar: Als Genossenschaft kann sie sich auf den Kunden konzentrieren und muss nicht auf Begehrlichkeiten von Aktionären Rücksicht nehmen. Der CEO ist nicht dem Druck ausgesetzt, alle drei Monate einen neuen Geschäftsabschluss zu kommentieren. Er muss auch nicht Kapital vernichten, um dem Aktionär zuliebe eine höhere Eigenkapitalrendite zu erzielen. Statt dem Aktionär Dividenden zu zahlen, kann die Mobi ihre Kunden am Gewinn teilhaben lassen. All das trägt dazu bei, dass die Mobiliar seit Jahren stärker wächst als der Markt und sich einer überdurchschnittlichen Kundentreue erfreut.

 

Heute werden Genossenschaften im Versicherungsgeschäft nicht mehr belächelt – auch dank der Mobiliar.

 

Erschienen in der BZ am 9. April 2011

Claude Chatelain