Von Stieren, Krebsen und Wasserfrauen

Stiere leben gefährlicher als Wassermänner. Dies belegt eine Auswertung von Allianz Suisse.

 

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es im Versicherungsmarkt einheitliche Prämien. Dann kam 1996 die Liberalisierung und mit ihr der erhoffte Preiswettbewerb. In der Tat sanken in vielen Bereichen die Prämien. Am augenfälligsten geschah dies bei der Autohaftpflicht.

Nun trat aber mit dem verschärften Preiswettbewerb ein anderes neues Phänomen auf den Plan: die Risikoselektion. Auch hier ist das Beispiel der Autohaftpflicht augenfällig. Je höher das Unfallrisiko, desto höher die Prämie. Als Kriterium gelten dabei nicht nur Alter, Geschlecht, Hubraum, Datum der Fahrprüfung oder Garagenplatz, sondern auch die Nationalität, ja sogar der Wohnkanton.

Nicht bekannt ist, ob gewisse Autoversicherer bei der Prämienberechnung nicht nur auf den Migrationshintergrund, sondern auch aufs Sternzeichen abstellen. Zumindest Wassermänner (auch Wasserfrauen) könnten sich über tiefere Prämien freuen. Sie sind im Vergleich zu den anderen Sternzeichen vorsichtiger und verursachen weniger Schäden als die später Geborenen. Das zeigt nämlich eine Auswertung der Allianz Suisse. Der Versicherer hat 400 000 Versicherungsverträge im Motorfahrzeugbereich nach Geburtsdatum und Sternzeichen sortiert. Sowohl bei Haftpflichtfällen als auch bei Vollkaskoschäden lagen die Wassermänner und Wasserfrauen 2010 einsam an der Spitze und hatten eine um durchschnittlich 3,5 Prozent niedrigere Schadenfrequenz.

 

Astrologen werden bestätigen, dass das kein Zufall ist. Wassermänner gelten als spontan, unkonventionell, freiheitsliebend und teamorientiert. Stiere hingegen sind zwar realistisch und geduldig, manchmal aber auch stur. Wenig erstaunlich, dass Stiere laut Allianz Suisse eine um durchschnittlich 1,9 Prozent höhere Schadenfrequenz als der Durchschnitt aufweisen.

Mehr Glück haben die im Sternzeichen des Krebs geborenen Frauen und Männer: Sie liegen in der «goldenen Mitte», also bei einer Schadenfrequenz von 28,5 Prozent.

 

Erschienen in der BZ am 10. Februar 2011

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Claude Chatelain