Wie man indirekt Steuern spart

Finanzdirektorin Beatrice Simon. Im Hintergrund Steuerverwalter Bruno Knüsel.
Finanzdirektorin Beatrice Simon. Im Hintergrund Steuerverwalter Bruno Knüsel.

Steuerzahler könnten einen Beitrag zur Senkung der Verwaltungskosten leisten. Drei Möglichkeiten in Stichworten: elektronische Steuererklärung; Verzicht auf Wegleitung; keine Einzahlung am Post- und Bankschalter.

 

Die Steuerverwaltung will Kosten sparen. Tiefere Verwaltungskosten lassen sich etwa erreichen, wenn Steuerzahler die Steuererklärung elektronisch ausfüllen. Gut 70 Prozent, 2 Prozent mehr als im Vorjahr, nutzen mittlerweile all die elektronischen Hilfsmittel wie Taxme-Online, CD oder Dr. Tax. Wobei die Nachfrage nach den beiden letzteren Varianten zugunsten von Taxme-Online im Abnehmen begriffen ist.

Punkto elektronischer Steuererklärung war die Steuerverwaltung des Kantons Bern schon immer bei den Ersten und Innovativsten. Auch gestern konnte sie wieder ein neues Angebot vorstellen, was sie gar als Weltneuheit bezeichnete: Taxme-Mobile. Es handelt sich hier um eine kostenlose App für das iPhone, mit welcher steuerrelevante Abzüge während des Jahres laufend erfasst werden können. Eine andere Frage ist, wie weit für solche Dienstleistungen überhaupt ein Bedürfnis besteht. Schon heute bietet die Steuerverwaltung neben dem herkömmlichen Taxme-Online das Taxme-Portal an, welches zusätzliche Onlinedienste anbietet, so etwa ein biometrisches Anmeldeverfahren. 630 Steuerzahler bedienen sich bisher dieses Verfahrens, welches im vergangenen Sommer eingeführt wurde.

 

Teure Wegleitung

 

Kosten liessen sich auch bei den Wegleitungen sparen. Druck und Versand kosten die Steuerverwaltung 881 000 Franken im Jahr. Im laufenden Jahr wird die Wegleitung letztmals automatisch verschickt, erklärte gestern Bruno Knüsel, der Steuerverwalter des Kantons Bern. Er empfiehlt, die Wegleitung jeweils aufzubewahren, da sich von Jahr zu Jahr kaum viel ändert. Und was sich ändert, sei der beigelegten «Info» zu entnehmen.

 

Teure Post- und Bankschalter

 

Schliesslich könnte die Steuerverwaltung gut 2 Millionen Franken an Gebühren sparen, wenn die Steuerrechnungen nicht mehr am Post- oder Bankschalter beglichen würden. Im zurückliegenden Jahr wurden 1,1 Millionen Einzahlungen im Wert von 1,4 Milliarden Franken an einem Schalter vorgenommen. Der höchste Einzahlungsbetrag belief sich auf nicht ganz unbescheidene 223 500 Franken. Fast 7000 Einzahlungen hatten einen Rechnungsbetrag von über 10 000 Franken. Der offenbar beliebte Gang an den Post- und Bankschalter kostet den Steuerzahler 2,3 Millionen Franken.

 

Straflose Selbstanzeige

 

Ferner wäre allen Steuerzahlern gedient, wenn sich noch mehr Steuerhinterzieher anzeigen würden. Sie würden damit von der Busse befreit, die ein Fünftel der hinterzogenen Steuer beträgt. 560 Personen haben sich 2010 selber angezeigt. Aufgrund der bereits veranlagten 310 Fällen wurden Vermögen von 85 Millionen sowie Einkommen von 16,8 Millionen deklariert. Der damit erzielte Steuerertrag für Kanton und Gemeinden beträgt 8,3 Millionen Franken.

Wie schon berichtet, werden die Fälligkeitstermine für die drei Steuerraten um 20 Tage vorverlegt. Dies vereinfacht die Rechnungsabgrenzung am Jahresende. Zum anderen wird damit einem Anliegen der Gemeinden Rechnung getragen, die heute zum Teil Liquiditätsengpässe verzeichnen.

 

Erschienen in der BZ am 18. Januar 2011

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Claude Chatelain