Vierte Säule: Vorsorgefonds 3a enttäuschten

Dieser Mann hat wohl in 3a-Fonds investiert.
Dieser Mann hat wohl in 3a-Fonds investiert.

Ich hätte vor zehn Jahren ganz anderes erzählt, mahnte mich ein Leser. Das erfüllt mich natürlich mit Stolz, wenn ein Leser ein derartiges Erinnerungsvermögen aufbringt. Ich muss freilich dem Leser sagen, dass ich froh bin, gescheiter geworden zu sein.

Vergangene Woche hatte ich mich nämlich kritisch zu den Vorsorgefonds 3a geäussert, derweil ich vor zehn Jahren diese Fonds noch vorbehaltlos empfohlen hatte – und zwar insbesondere jene mit dem höchsten Aktienanteil. Zur Erinnerung: Das auf die Säule 3a überwiesene Geld kann man auf dem Konto 3a belassen oder in bestimmte Vorsorgefonds investieren. Vermögensanlagen auf dem gebundenen Konto 3a sind naturgemäss langfristig angelegt. Deshalb sind Aktien für diese Anlageform wie geschaffen.

 

Leider hatte ich die Banken überschätzt. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass sie in der Lage sein würden, mit solchen Fonds über eine Anlagedauer von zehn Jahren eine negative Rendite zu erzielen, wie das die UBS zustande brachte. Andere Fonds brachten es im gleichen Zeitraum auf Jahresrenditen von 2 Prozent. Auch das ist keine Meisterleistung. Statt das Geld in Fonds arbeiten zu lassen, hätte man das Geld ebenso gut auf dem Konto 3a belassen können.

 

Hauptgrund dieser schlechten Performance sind die hohen Gebühren, die dem Fondsvermögen belastet werden. Sie betragen etwa 1,5 Prozent. Hätten also all die Fonds eine um 1,5 Prozentpunkte höhere Jahresrendite erzielt, hätte sich die Anlage schon eher gelohnt.

 

Bemerkenswert ist auch der Umstand, dass Fonds der gleichen Kategorie recht hohe Unterschiede aufweisen. Je nach Fonds hat man Glück oder eben Pech gehabt.

 

Ich will jetzt nicht sagen: Hände weg von 3a-Fonds. Ich sage heute, man darf es wagen, sollte aber keine hohen Erwartungen hegen. Und sollte der Fonds nach guten Börsenjahren eine schöne Performance hingelegt haben, ist es sicher nicht falsch, die Fondsanteile zu verkaufen und sich mit dem Zins des Kontos 3a zu begnügen, auch wenn die Pensionierung in weiter Ferne liegt.

 

Erschienen in der BZ am 21. Dezember 2010

Claude Chatelain