Mehr Geld für die Pensionäre

Alle zwei Jahre wieder: Auch für 2011 können sich Rentnerinnen und Rentner auf eine höhere AHV freuen. Sie steigt diesmal jedoch nur um 1,75 Prozent. Vor zwei Jahren betrug die Erhöhung der AHV-Rente noch 3,2 Prozent.

Die Preise steigen kaum – und doch werden Rentnerinnen und Rentner im kommenden Jahr monatlich eine um 20 bis 40 Franken höhere AHV-Rente erhalten. Warum? Weil die Rentenerhöhung nicht nur von der Preis-, sondern auch von der Lohnentwicklung abhängig ist, vom sogenannten Mischindex.

 

Bei manchen Pensionären macht jedoch die AHV-Rente der kleinere Teil des Einkommens aus. Ihnen wäre mehr gedient, sie würden auch auf der Rente der Pensionskasse einen Teuerungsausgleich erhalten. Damit können jedoch nur die wenigstens rechnen. Die meisten Kassen sind finanziell kaum in der Lage, freiwillig höhere Altersrenten zu bezahlen. Kommt hinzu, dass die laufenden Altersrenten der zweiten Säule in manchen Fällen zumindest aus versicherungsmathematischer Warte schon heute eher zu hoch sind.

 

Wenn die Renten in der AHV steigen, hat das immer auch Auswirkungen auf die zweite Säule. Der Mindestjahreslohn erhöht sich ebenfalls um 1,75 Prozent. Wer mindestens 20 880 Franken verdient pro Jahr, ist 2011 obligatorisch der beruflichen Vorsorge zu unterstellen. Die Erhöhung des Koordinationsabzugs schliesslich könnte dazu führen, dass der versicherte Lohn und damit die Lohnabzüge geringer ausfallen.

 

3a: Höhere Abzüge

 

Auch Erwerbstätige profitieren indirekt von den höheren AHV-Renten. Sie haben nämlich höhere Abzugsmöglichkeiten bei den Steuern. Konkret: Sie können neu bis 6682 Franken in die Säule 3a einzahlen und vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen, sofern sie einer Pensionskasse angeschlossen sind.

 

Die Erhöhung der Renten führt übrigens zu Mehrkosten von 765 Millionen Franken. Im Vergleich: Die Einsparungen in der Arbeitslosenversicherung, über welche an diesem Wochenende das Schweizervolk abstimmen wird, belaufen sich auf 622 Millionen Franken.

 

2. Säule: Mehr Flexibilität im Alter

Arbeitnehmer, die mit zunehmendem Alter weniger arbeiten oder im Gegenteil auch nach der Pensionierung beruflich aktiv bleiben wollen, können ab nächstem Jahr von Neuerungen bei der beruflichen Vorsorge profitieren.

 

Konkret: Neu können die Vorsorgeeinrichtungen ab 2011 Folgendes anbieten: Versicherte, die ihr Arbeitspensum ab dem 58. Altersjahr bis um die Hälfte reduzieren, können ihren bisherigen versicherten Verdienst weiterführen.

Ferner können Versicherte, die auch nach dem ordentlichen Rentenalter erwerbstätig bleiben möchten, bis zur Vollendung des 70. Altersjahres weiter Beiträge an ihre Vorsorgeeinrichtung einbezahlen.

 

Der Bundesrat hat gestern die erste Etappe der Strukturreform in der beruflichen Vorsorge per 1. Januar 2011 in Kraft gesetzt.

 

Erschienen in der BZ am 25. September 2010


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Claude Chatelain