Vierte Säule: Nur nicht zu früh mit Sparen-3a anfangen

Lohnt es sich eigentlich, mit dem Sparen 3a schon in jungen Jahren anzufangen? Zum Beispiel mit Alter 25? 90 von 100 Leute würden diese Frage spontan mit Ja beantworten. Kaum eine Sparvariante wird so wenig hinterfragt wie das Sparen 3a.

Was man auf das Konto 3a überweist, lässt sich eins zu eins vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Für Angestellte sind das maximal 6365 Franken pro Jahr. Je nach Grenzsteuersatz wird die Steuerrechnung um 1500 bis 2000 Franken weniger hoch ausfallen.

Nun muss man wissen, dass das auf dem Konto 3a schlummernde Geld nicht gerade fürstlich verzinst wird. Und wer das Geld in spezielle 3a-Vorsorgefonds investiert, darf auch nicht auf berauschende Renditen hoffen. Mit anderen Anlagen lassen sich über eine lange Zeit von über 30 Jahren höhere Renditen erzielen.

 

Mein Kollege Fredy Gilgen hat mal eine Renditeschätzung vorgenommen. Er kam auf eine Durchschnittsrendite von lachhaften 2,03 Prozent, wenn man während 35 Jahren 6000 Franken aufs Konto 3a überweist. Doch je kürzer die Laufzeit, desto höher die Rendite pro Jahr: In 10 Jahren resultierte eine steuerbereinigte Jahresrendite von bereits 3,37 Prozent. Beim Bezug nach 5 Jahren von 5,27 Prozent.

 

Selbstverständlich hängt die Schätzung von verschiedenen Faktoren ab: Grenzsteuersatz, Kapitalauszahlungssteuer, Zinssatz. Eine Schätzung ist eben eine Schätzung. Doch der Zahlenvergleich macht deutlich: Je länger der Anlagehorizont, desto stärker verpufft die Steuerersparnis.

 

Mit einem Fondssparplan wird über eine lange Anlagedauer mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit eine höhere Rendite erzielt. Mein Tipp: Bis Alter 40 jährlich 6000 Franken in einen gewöhnlichen Fondssparplan investieren. Ab Alter 40 dann das Konto 3a alimentieren. Es sei denn, man möchte sich einen Sparzwang auferlegen. Dann ist das Sparen 3a allemal gut.

 

Erschienen in der BZ am 10. August 2010

Claude Chatelain