Kommentar: Zur Absurdidät der Mehrwertsteuer

Aerobickurse unterliegen heute der Mehrwertsteuer; Skikurse nicht. Allein dieses Beispiel zeigt die Absurdität des geltenden Rechts.

Laut Schätzungen zahlt die Schweizer Wirtschaft pro Jahr 50 Milliarden Franken an Regulierungskosten. Solche Kosten fallen an, wenn gesetzliche Vorgaben umgesetzt werden. Dazu zählt auch die Abrechnung der Mehrwertsteuer.

 

Im Gespräch mit KMU wird man denn auch zu hören bekommen, dass insbesondere die Mehrwertsteuerabrechnungen einer Zumutung gleichen. Dies auch wegen der unterschiedlichen Sätze. Je nach Geschäftsmodell kommen in ein und demselben Unternehmen mehrere Sätze zur Anwendung: Abgrenzungsprobleme, Diskussionen, Beschwerden sind programmiert.

 

Mit einem Einheitssatz wird das System markant vereinfacht. Was kann man gegen eine Vereinfachung in einer zunehmend verkomplizierten Welt einwenden?

 

Die Linken haben nicht unrecht, den Einheitssatz als unsozial zu bezeichnen, wenn lebensnotwendige Güter gleich besteuert werden wie Luxusartikel. Unsozial ist aber auch der administrative Ballast für KMU. Und schliesslich ist die Sozialpolitik nicht via Konsumsteuer, sondern via Einkommenssteuer zu betreiben.

 

Erschienen in der BZ am 25. Juni 2010

Claude Chatelain