Vierte Säule: Die UBS macht es aktiv statt passiv

Vergangene Woche habe ich mich an dieser Stelle über die 3a-Fonds der UBS ausgelassen. Ich kritisierte die zu hohen Verwaltungsgebühren, die dem Fondsvermögen belastet werden und somit auf die Rendite drücken. Zu hohe Gebühren auch deshalb, weil der Fonds ja gar nicht aktiv gemanagt werde, kein Heer von Analysten unterhalte, welche teure Anlagestudien verfassten.

Diese Aussage sei falsch, belehrt mich ein UBS-Sprecher. «Neben der globalen Diversifikation folgt die UBS bei UBS Vitainvest Funds als einziger Anbieter im Anlagebereich der Säule 3a dem sogenannten Multi-Manager-Ansatz», heisst es auf UBS-Deutsch. Teile der UBS-Vitainvest-Fondsvermögen würden «nebst der UBS von mehreren anderen renommierten Asset-Managern verwaltet». Dieses Konzept umfasse «die aufwendige Selektion der global führenden in- und ausländischen Vermögensverwaltungsinstitute mittels einer sorgfältigen qualitativen und quantitativen Analyse in Zusammenarbeit mit einem externen Investment-Consultant.»

 

Man kann es auch verständlicher sagen: Die UBS verfolgt mit ihren 3a-Fonds eine aktive statt passive Anlagestrategie. Beim aktiven Ansatz werden verheissungsvolle Aktien herausgepflückt. Man nennt dies Stock-Picking. Es sollten vor allem solche Aktien herausgepickt werden, die eine höhere Rendite erzielen als der Marktdurchschnitt. Demgegenüber bedeutet passiv, dass eben kein Stock-Picking betrieben wird. Man investiert getreu eines Marktindexes. Diese Strategie ist natürlich viel günstiger, da eben – wie gesagt – kein Heer von hoch bezahlten Spezialisten mit Gehältern und Boni versorgt werden muss. So gesehen sind die hohen Verwaltungskosten der fraglichen UBS-Fonds gerechtfertigt.

 

Wirklich gerechtfertigt wären die hohen Gebühren allerdings, wenn dank dem aktiven Managementansatz eine überdurchschnittliche Rendite erzielt werden könnte. Leider lehrt uns die Erfahrung aber, dass es einem Fondsmanager nur selten gelingt, den Markt zu schlagen. Passive Anlagestrategien sind vielversprechender. Und dies nicht nur wegen der tieferen Kosten.

 

Erschienen in der BZ am 8. Juni 2010

Claude Chatelain