Vierte Säule: Die UBS senkt in der Säule 3a die Gebühren

Die Gebühren bei den UBS-Fonds sind immer noch zu hoch.
Die Gebühren bei den UBS-Fonds sind immer noch zu hoch.

Unter dem Markennamen Vitainvest segeln bei der UBS jene Anlagefonds, welche im Rahmen des steuerbegünstigten Sparens 3a zu haben sind. Statt dass das Geld auf dem Konto 3a versauert, legt man es in spezielle Vorsorgefonds an, die auch speziellen und vor allem strengen Richtlinien unterliegen. Bei der UBS hiessen diese Fonds früher Fiscainvest, heute eben Vitainvest.

 

Nun hat die UBS bekannt gegeben, die Verwaltungskommission dieser Fonds zu senken. Das ist aus zwei Gründen eine positive Nachricht:

 

  • 1. Eine Senkung der Verwaltungskommission ist immer gut: je tiefer die Gebühr, desto höher die Rendite.
  • 2. Der Markt scheint zumindest ein bisschen zu spielen, denn freiwillig wird die UBS die Gebühren nicht senken.

 

In den Renditevergleichen solcher 3a-Fonds schneiden nämlich die UBS-Fonds Marke Vitainvest mehr schlecht als recht ab. Das dürfte sich langsam herumgesprochen haben.

 

Leider kürzt die UBS die Verwaltungsgebühr nur zögerlich, beim Vitainvest 50 bloss von 1,64 auf 1,50 Prozent. 1,50 Prozent für einen Fonds dieser Art ist immer noch viel zu viel. Der Fonds wird ja nicht aktiv gemanagt. Er braucht kein Heer von Analysten. Es braucht keine teuren Anlagestudien: Die Investitionen folgen den Börsenindizes. Das geht automatisch. Zum Vergleich: Bei börsenkotierten Anlagefonds, sogenannten ETF, beträgt die Verwaltungskommission um die 0,4 Prozent.

 

Die exorbitanten Verwaltungsgebühren der 3a-Fonds sind mit ein Grund, weshalb 3a-Fonds in der Vergangenheit nur unterdurchschnittliche Renditen erzielten. Das gilt nicht nur für die UBS. Das gilt für die Branche insgesamt. Doch die Banken können sich solche Gebühren leisten. Sie bringen ihre Produkte so oder so an Mann und Frau. Dies nicht wegen der Renditen, sondern wegen der Steuerersparnissen. Der Schweizer investiert seine Ersparnisse nur deshalb in 3a-Fonds, weil er das Geld vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen kann. Dem Steuervogt gehen dadurch jährlich Millionen von Franken verloren. Die Banken freuts. 

 

Erschienen in der BZ am 1. Juni 2010

Claude Chatelain